07. Februar 2022

SaaS vs On-Premise | Was ist die Bedeutung für die Total Cost of Ownership?

Genau diese Fragestellung haben eine Vielzahl von Unternehmen wenn sie vor der Entscheidung einer neuen Software für ihre Produktinformationen stehen.
Aber was bedeutet eigentlich SaaS und ist On-Premise noch zeitgemäß?

SaaS

SaaS steht für Software as a Service und bedeutet dass sowohl die Software wie auch die Infrastruktur durch den entsprechenden Dienstleister betrieben werden. Der Nutzer ruft die Leistung in der Regel durch einen Browser ab und muss sich um nichts weiteres kümmern. Lediglich eine monatliche Gebühr, eine (idealerweise schnelle) Internetverbindung und ein Laptop sind notwendig. Ein gutes Beispiel aus dem Alltag vieler Leser ist Netflix. Man zahlt eine monatliche Gebühr und kann den Service dann am Laptop, TV oder Smartphone nutzen.

On-Premise

On-Premise oder um im gleichen Jargon zu bleiben Software as a Product ist die „alte“ Art Software zu nutzen aber auch zu entwickeln. Konkrete Release Versionen werden dabei per Download, auf CD oder Stick gekauft und stehen dann zur freien Verwendung zur Verfügung. Zusätzlich fallen oftmals Wartungsgebühren von ~20-25% der initialen Kosten an. Die Software wird dann selbstständig in der eigenen IT Infrastruktur installiert und muss auch dort gewartet werden. Oftmals werden also eigene Mitarbeiter oder Entwickler benötigt um die Software zu betreuen. Ein gutes Beispiel ist Microsoft Office, bevor Microsoft mit Office 365 auf ein Abo Modell umgestiegen ist. Nachdem man die CD mit Produktschlüssel gekauft hatte, konnte man Office unbegrenzt mit dem gekauften Funktionsumfang nutzen.

Vorteile von SaaS Lösungen

Die Unterschieden zwischen SaaS und On-Premise sind schnell verstanden. Aber gibt es eine Form der Software-Delivery die besser als die andere ist, oder sind beide gleichauf?

Wir haben uns einmal die zentralen Vorteile von SaaS Lösungen angeschaut.

IT Administration

Als Nutzer einer SaaS Lösung wird keine eigene IT Administration benötigt. Es muss lediglich sichergestellt werden, dass das Endgerät der Wahl mit dem Internet vebunden ist und über einen aktuellen Browser verfügt.

Sollte Software selbst installiert und gehostet werden muss neben der Funktionsfähigkeit der Software auch die darunter liegende Infrastruktur administriert werden. Kommt es zu Ausfällen bei der Infrastruktur sind automatisch auch alle Software Instanzen betroffen.

IT Infrastruktur

Ebenfalls entfällt als Nutzer einer SaaS Lösung der Betrieb und die Wartung einer eigenen IT Infrastruktur. Neben Kosten für die Wartung der Hardware und die oben angesprochenen Kosten für die Software Administration sind alleine die Energiekosten nicht zu unterschätzen, sind diese doch aktuell auf einem absoluten Hoch. Professionelle SaaS Anbieter können hier deutliche Skaleneffekte heben und jede kWh effizient nutzen.

IT Sicherheit

Immer mehr Unternehmen werden Opfer von Cyber-Attacken oftmals in Form von ransomware Attacken. Bei solchen Attacken werden in der Regel lokale Computer durch z.B. Email-Anhänge infiziert. Diese infizieren dann wiederum die angeschlossene Infrastruktur und können so zu erheblichen Schäden und Zeitverlusten führen.

Als Nutzer einer SaaS Lösung übernimmt a) der Anbieter die Wartungen seiner Infrastruktur und stellt sicher, dass alle System bestmöglich gegen Cyber Attacken geschützt sind und b) sind lokale Computer nicht direkt mit der Infrastruktur des Anbieter verbunden und können diese so nicht infizieren. Sollte ein Unternehmen Opfer eine Cyber Attacke werden können im Zweifel einfach die Laptops ausgetauscht werden und die Arbeit in den SaaS Lösungen unterbrechungsfrei fortgeführt werden.

Implementierungsgeschwindigkeit

Ein wichtigter Faktor bei der Bewertung verschiedener Software-Lösungen ist oftmals Zeit. Viele Leser kennen die aufwändigen, Monate lang andauernden Implementierungsprojekte von z.B. ERP Software. Auch wenn eine individuelle Anpassung einer SaaS Lösung natürlich genauso aufwendig wie bei einer On-Premise Lösung ist, fällt doch das initiale Setup und die entsprechenden Kosten einfach weg. SaaS Lösungen sind in der Regel innerhalb von Minuten oder Stunden einsatzfähig und haben im Vergleich zu On-Premise Lösungen nur minimale Kosten für z.B. ein Onboarding.

Updates

Ein weiterer nicht unerheblicher Faktor sind Updates und neue Funktionen. Nicht wenige Unternehmen waren zunächst mit ihrer On-Premise Lösung sehr glücklich – hatte sie doch alle benötigten Features – haben dann aber schnell gemerkt, dass insbesondere im Bereich Software die Zeit sehr schnell voranschreitet. Oftmals führt das zu kostenspieligen Updates um an neuen Funktionen zu partizipieren oder im worst case zu einer veralteten Software die nicht mehr viel der erhofften Features bietet um sich vom Wettbewerb abzusetzen.

Insbesondere der Fakt, dass bei SaaS Lösung eine kontinuierliche Bereitstellung von Updates und neuen Features möglich ist, führt zu einem zeitlichen und sicherheitsrelevanten Vorteil den releaseabhänige On-Premise Lösungen nicht ausgleichen können.

Total Cost of Ownership

Die Vorteile von SaaS Lösungen sind ebenfalls schnell verstanden. Doch wie verhält es sich beim Thema Kosten? Sind diese doch einer der Haupttreiber bei der Entscheidungsfindung von Software Projekten. Können SaaS Lösungen hier mithalten, oder sind On-Premise Lösungen bei den Kosten haushoch überlegen?

Setup Kosten

Setupkosten fallen in der Regel nicht für SaaS Lösungen an. Zumindest wenn es sich um echte multi-tenant SaaS Lösungen handelt. Hier wird im System einfach ein neues Unternehmen inklusive Zugangsdaten angelegt, eine aufwändige Installation wie bei On-Premise Lösungen oder das Hosting z.B. bei AWS oder Azure von single-tenant SaaS Lösungen ist hier nicht erforderlich.

Laufende Kosten

Auch die laufenden Kosten beschränken sich bei SaaS auf kleinere IT Tätigkeiten etwa beim konfigurieren der Firewall. Weitere laufende und undurchsichtige Kosten wie die Wartung der IT Infrastruktur oder Energiekosten fallen nicht an.

Kosten Systemnutzung

Bei den Kosten der Systemnutzung werden bei On-Premise Lösungen meistens sogenannte Wartungskosten veranschlagt, bei SaaS Lösungen entsprechende Abo Gebühren. Da die Abo Gebühren in der Regel höher als die reinen Wartungskosten sind (sie beinhalten ja auch Strom, Wartung, Infrastruktur, Updates, Administration, etc.) tappen viele Entscheider in die Falle Wartungskosten mit Abo Gebühren gleichzusetzen.

Support Kosten

Support Kosten halten sich in der Regel die Waage, teilweise sind sie bei SaaS Lösungen etwas ausgeprägter da die lokale IT nicht aushelfen kann.

Update Kosten

Update Kosten fallen bei SaaS Lösungen nicht an, Nutzer profitieren immer von der neusten Version ohne für ein neues Release zahlen zu müssen und ohne den Aufwand des Release Wechsels zu haben. Updates von On-Premise Lösungen kostet in der einmalig 30-50% des initialen Investments. Dazu müssen die Aufwände und Risiken der Installation selbst getragen werden.

Skalierung

Für On-Premise Lösungen wird ein gewisser Preis für einen fixen Funktionsumfang veranschlagt. Anders ist es auch nicht möglich, denn einmal bereitgestellt, können die Nutzer das System vollumfänglich nutzen. Der klare Vorteil einer SaaS Lösung hingegen ist, dass die Systeme in der Regel skalierbar sind. So richten sich Abo Gebühren nach Anzahl Nutzer, Datensätze oder Rechenleistung. Als Unternehmen ist es so möglich klein anzufangen und entsprechend den realen Bedarfen zu skalieren.

Kosten über 5 Jahre

Nicht nur bei den statischen Kostenblöcken sondern auch bei einer längeren Total Cost of Ownership Betrachtung zeigen SaaS Lösungen klare Vorteile.

Fazit

Welches Modell letzendlich gewählt wird, hängt immer von den individuellen Anforderungen ab. Kurz gesagt gibt es aber nur wenige Anforderungen (z.B. die volle Kontrolle) die heutzutage noch eine On-Premise Lösung attraktiver als einer SaaS Lösung erscheinen lassen.

IFCC heißt jetzt: