8. November 2024

Jenseits von BMEcat: Deep Dive in ECLASS & ETIM für dein PIM

Verstehe die Unterschiede zwischen ECLASS und ETIM und warum dein PIM der strategische Übersetzer für deinen Erfolg ist.

Jenseits von BMEcat: Deep Dive in ECLASS & ETIM für dein PIM

Jenseits von BMEcat: Ein Deep Dive in B2B-Datenstandards wie ETIM und ECLASS und ihre entscheidende Rolle im PIM

Über den allgemeinen Austauschstandard BMEcat hinaus ist die Beherrschung von Klassifikationsstandards wie ECLASS für Industriegüter und ETIM für das Handwerk der entscheidende Hebel für eine präzise, fehlerfreie und automatisierte B2B-Datenkommunikation. Deine strategische Aufgabe ist es, dein PIM-System als intelligenten, multilingualen Übersetzer zu positionieren, der in der Lage ist, deine Produktdaten aus einer zentralen Quelle heraus fließend in den jeweiligen Branchenstandard zu übersetzen und so die Türen zu wichtigen Märkten und Zielgruppen zu öffnen.

Für viele Produktdatenmanager im B2B-Umfeld ist BMEcat das Maß aller Dinge. Man hat gelernt, die Strukturen zu verstehen, Exporte für Großhändler und Marktplätze zu erstellen und ist froh, wenn der Austauschkatalog ohne Fehlermeldung validiert wird. Doch diese Fokussierung auf das reine Austauschformat ist, als würde man die Qualität eines Übersee-Transports nur an der Güte des Schiffscontainers messen. Ja, der Container ist essenziell, um die Ware von A nach B zu bringen. Aber was nützt der beste Container, wenn der Empfänger am Zielhafen die Sprache auf den Kisten im Inneren nicht versteht? Wenn er nicht weiß, was sich in den Paketen verbirgt, wie sie zu handhaben sind und wo sie hingehören?

Genau hier liegt die oft übersehene, aber strategisch entscheidende Ebene der B2B-Datenkommunikation: die Klassifikationsstandards. Standards wie ECLASS und ETIM sind nicht das Transportmittel (das ist BMEcat), sondern die gemeinsame Sprache, die innerhalb des Transportmittels gesprochen wird. Sie definieren, was ein Produkt ist und welche Eigenschaften es hat, und zwar auf eine Weise, die von allen Beteiligten in einer Branche – vom Hersteller über den Großhändler bis zum Handwerker – eindeutig verstanden wird. Die Beherrschung dieser "Datendialekte" ist kein technisches Nischenthema. Es ist ein knallharter Wettbewerbsvorteil, der darüber entscheidet, wie gut deine Produkte in den Systemen deiner Partner gefunden, verglichen und verkauft werden. Dieser Deep Dive führt dich jenseits der Oberfläche von BMEcat und zeigt dir die Welt der Klassifikationsstandards, ihre strategische Bedeutung und warum dein PIM-System der wichtigste Übersetzer ist, den du in deinem Unternehmen hast.

1. Das große Missverständnis: Austauschformat vs. Klassifikationsstandard

Um die Welt der B2B-Daten wirklich zu meistern, müssen wir zuerst eine fundamentale Unterscheidung treffen, die die Wurzel vieler Probleme und Ineffizienzen ist. Wir müssen den Unterschied zwischen dem "Wie" (Austauschformat) und dem "Was" (Klassifikationsstandard) verstehen.

BMEcat: Der universelle "Datencontainer"

Stell dir BMEcat als einen genormten, universellen Schiffscontainer für Produktdaten vor. Es ist ein XML-basiertes Format, das eine standardisierte Struktur für den Austausch von elektronischen Katalogen definiert. Ein BMEcat-Katalog hat klar definierte Bereiche:

  • HEADER: Enthält allgemeine Informationen über den Katalog (Ersteller, Datum, Währung etc.).

  • T_NEW_CATALOG: Der Hauptteil, der die eigentlichen Produktinformationen enthält.

  • PRODUCT: Definiert ein einzelnes Produkt mit seiner Artikelnummer, Preisen und Texten.

  • PRODUCT_FEATURES: Beschreibt die Eigenschaften des Produkts.

  • MIME_INFO: Verlinkt Bilder und andere Mediendateien.

BMEcat ist extrem mächtig, weil es einen zuverlässigen Rahmen für den Transport von Daten schafft. Es stellt sicher, dass der Empfänger die gelieferte Datei maschinell lesen und die grundlegenden Informationen wie Artikelnummer und Preis korrekt zuordnen kann.

Aber hier kommt die entscheidende Einschränkung: BMEcat sagt dir nicht, wie du die Eigenschaften eines Produkts beschreiben sollst. Im PRODUCT_FEATURES-Block kannst du theoretisch alles eintragen. Du könntest die Leistung eines Motors als Leistung, Power, Output oder pwr bezeichnen. Du könntest sie in kW, PS oder Watt angeben. Für den BMEcat-Container ist das alles in Ordnung. Für den Empfänger, der diese Daten in sein Shopsystem importieren will, ist es ein Desaster. Er kann die Motoren von zehn verschiedenen Herstellern nicht miteinander vergleichen, weil jeder seine eigene "Sprache" für die Merkmale spricht.

ECLASS & ETIM: Die "gemeinsame Sprache" im Inneren des Containers

Genau hier setzen Klassifikationsstandards wie ECLASS und ETIM an. Sie sind keine Konkurrenz zu BMEcat, sondern die perfekte Ergänzung. Sie definieren nicht den Container, sondern die Sprache, die im Inneren gesprochen wird. Sie sind ein riesiges, branchenspezifisches Wörterbuch für Produkte und ihre Eigenschaften.

Ein Klassifikationsstandard legt verbindlich fest:

  1. Die Produktklasse: Ein Produkt wird einer eindeutigen Kategorie zugeordnet (z.B. ECLASS-Klasse 27-14-11-05 für "Drehstrom-Asynchronmotor").

  2. Die Merkmale (Properties/Features): Für jede Klasse wird ein fester Satz an relevanten Merkmalen definiert (z.B. "Nenndrehzahl", "Nennleistung", "Baugröße").

  3. Die Werte und Einheiten: Oft werden sogar die erlaubten Werte oder die exakte Einheit für ein Merkmal vorgegeben (z.B. für "Nenndrehzahl" die Einheit U/min).

Wenn ein Hersteller seine Motoren nun "nach ECLASS klassifiziert" und diese Daten in einem BMEcat-Container an einen Händler sendet, kann das System des Händlers die Informationen eindeutig und fehlerfrei interpretieren. Es weiß, dass 27-14-11-05 immer ein Drehstrom-Asynchronmotor ist und dass das Merkmal SGT010-AAO804 immer die "Nennleistung" in kW beschreibt, egal von welchem Hersteller der Motor kommt.

Das Ergebnis ist eine automatisierte, reibungslose und qualitativ hochwertige Datenkommunikation. Der manuelle Aufwand für die "Übersetzung" und das Mapping von Merkmalen auf beiden Seiten entfällt. Erst die Kombination aus einem standardisierten Container (BMEcat) und einer gemeinsamen Sprache (ECLASS, ETIM) ermöglicht die wahre Magie der B2B-Digitalisierung.

2. Die Giganten im Detail: ECLASS vs. ETIM – Wer spricht welche Sprache?

Obwohl das Grundprinzip dasselbe ist, wurden ECLASS und ETIM für unterschiedliche Branchen und Anwendungsfälle entwickelt. Die Wahl des richtigen Standards (oder die Fähigkeit, beide zu bedienen) ist eine strategische Entscheidung, die darüber entscheidet, wie gut du deine Zielgruppen erreichst.

ECLASS: Der Standard für die Industrie und den Einkauf

ECLASS ist ein branchenübergreifender, hierarchischer Klassifikationsstandard für Produkte und Dienstleistungen. Sein Ursprung und seine größte Stärke liegen im Bereich der industriellen Beschaffung und des strategischen Einkaufs.

Die wichtigsten Merkmale von ECLASS:

  • Hierarchische Struktur: ECLASS ist wie ein Baum aufgebaut, mit vier Ebenen (Segment > Hauptgruppe > Gruppe > Untergruppe/Klasse). Dies ermöglicht eine sehr granulare und präzise Einordnung von Produkten. Ein "Hammer" findet sich zum Beispiel unter 21 (Werkzeug) > 21-04 (Handwerkzeug) > 21-04-03 (Hammer) > 21-04-03-01 (Schlosserhammer).

  • Fokus auf beschaffungsrelevante Merkmale: Die definierten Merkmalsleisten sind oft sehr detailliert und darauf ausgelegt, Produkte für den Einkauf technisch exakt vergleichbar zu machen.

  • International und branchenübergreifend: ECLASS hat den Anspruch, ein globaler Standard für alle Industriegüter zu sein, vom Kugellager über den Elektromotor bis hin zur Büroeinrichtung.

  • Strukturwandel durch Releases: ECLASS entwickelt sich kontinuierlich weiter. Einmal pro Jahr gibt es ein neues Release (z.B. ECLASS 12.0, 13.0), das neue Klassen und Merkmale enthält.

Der primäre Anwendungsfall:
Der größte Hebel von ECLASS liegt in der Analyse von Einkaufsvolumina. Große Unternehmen nutzen ECLASS, um die Ausgaben für ihre C-Teile zu standardisieren. Indem sie alle eingekauften Schrauben, egal von welchem Lieferant, der gleichen ECLASS-Klasse zuordnen, können sie das Gesamtvolumen erkennen, Lieferanten bündeln und bessere Preise verhandeln. Für Hersteller bedeutet das: Wenn du an große Industrieunternehmen liefern willst, ist die Fähigkeit, deine Produktdaten nach ECLASS klassifiziert zu liefern, oft eine Grundvoraussetzung, um überhaupt als Lieferant gelistet zu werden.

ETIM: Der Standard für das Handwerk und den Fachgroßhandel

ETIM (ElektroTechnisches InformationsModell) ist ein Klassifikationsstandard, der speziell für die Bedürfnisse des Fachhandwerks entwickelt wurde. Seine Wurzeln liegen in der Elektroindustrie, heute umfasst er aber auch die Bereiche Sanitär, Heizung, Klima, Lüftung (SHK) sowie Bau und Werkzeuge.

Die wichtigsten Merkmale von ETIM:

  • Flache, praxisorientierte Struktur: Im Gegensatz zu ECLASS ist ETIM nicht streng hierarchisch, sondern fokussiert sich auf praxisnahe Produktklassen, die der Denkweise eines Installateurs oder Planers entsprechen.

  • Fokus auf anwendungs- und auswahlrelevante Merkmale: ETIM definiert genau die technischen Merkmale, die ein Handwerker benötigt, um im Online-Shop des Großhändlers schnell das richtige Produkt zu finden und zu vergleichen. Es geht weniger um kaufmännische Daten, sondern um die harten technischen Fakten für die Auswahl. Beispiel: Bei einer Steckdose sind das Merkmale wie "Montageart", "Farbe", "Anzahl der Einheiten", "Mit Klappdeckel (Ja/Nein)".

  • Synonyme und Keywords: ETIM enthält zu jeder Klasse eine Liste von branchenüblichen Synonymen. Das hilft den Suchmaschinen in den Shops, ein Produkt auch dann zu finden, wenn der Nutzer einen umgangssprachlichen Begriff eingibt.

  • Starke Verankerung im dreistufigen Vertrieb (Hersteller > Großhandel > Handwerk): ETIM ist die Lingua Franca im Fachgroßhandel. Wenn du als Hersteller deine Produkte über die großen SHK- oder Elektrogroßhändler (z.B. Sonepar, Rexel) vertreiben willst, kommst du an ETIM nicht vorbei.

Der primäre Anwendungsfall:
Der Hauptnutzen von ETIM liegt in der Verbesserung der Produktsuche und -auswahl in den Online-Shops des Fachgroßhandels. Ein Installateur, der eine spezifische Sicherung sucht, will nicht durch tausende Produkte browsen. Er will die Suche mit 3-4 Klicks auf die relevanten technischen Merkmale (z.B. "Auslösecharakteristik: B", "Nennstrom: 16 A") eingrenzen können. ETIM liefert die standardisierte Datenstruktur für genau diese leistungsstarken, facettierten Suchen. Für Hersteller ist die Lieferung von ETIM-klassifizierten Daten der Schlüssel zur optimalen Sichtbarkeit und Verkaufbarkeit ihrer Produkte im professionellen Vertriebskanal.

Vergleichstabelle: ECLASS vs. ETIM auf einen Blick

Merkmal

ECLASS

ETIM

Hauptfokus

Industrie, strategischer Einkauf, MRO-Güter

Fachhandwerk (Elektro, SHK, Bau), Fachgroßhandel

Struktur

Streng hierarchisch (4 Ebenen)

Flache Klassen, praxisorientiert

Ziel

Vergleichbarkeit für die Beschaffung, Spend Analysis

Schnelle, technische Produktauswahl und -suche

Typischer Nutzer

Einkäufer im Industriekonzern

Installateur, Planer, Handwerker im Online-Shop

Verbreitung

Global, branchenübergreifend in der Industrie

Europaweit, dominant im dreistufigen Vertrieb des Handwerks

Beispiel

Ein Kugellager wird exakt spezifiziert, um es von 10 Lieferanten vergleichen zu können.

Ein Lichtschalter wird mit den Merkmalen beschrieben, die ein Elektriker zur Auswahl braucht.

3. Das PIM als strategischer Übersetzer: So meisterst du die Vielsprachigkeit

Die Erkenntnis, dass deine Kunden und Kanäle unterschiedliche "Datensprachen" sprechen, führt direkt zur nächsten Herausforderung: Wie kannst du diese Vielsprachigkeit effizient managen, ohne für jeden Standard eine eigene, manuelle Datenpflege zu betreiben? Die Antwort ist klar: Dein PIM-System muss die Rolle eines intelligenten, zentralen Übersetzungsbüros übernehmen.

Die Unmöglichkeit der manuellen Pflege

Stell dir vor, du hast 10.000 Produkte. Du musst ECLASS-Daten für deine Industriekunden, ETIM-Daten für den Fachgroßhandel und vielleicht noch eine dritte, kundenspezifische Klassifikation für einen Key Account pflegen. Der Versuch, dies mit separaten Excel-Listen zu tun, ist zum Scheitern verurteilt. Jede Produktänderung müsste an drei verschiedenen Orten nachgepflegt werden. Die Fehlerquote wäre gigantisch, der Aufwand untragbar.

Das PIM als "Rosetta-Stein" für deine Produktdaten

Ein modernes, flexibles PIM-System ist die einzige skalierbare Lösung für dieses Problem. Es agiert als "Rosetta-Stein", der deine internen Produktdaten in die verschiedenen Zielsprachen der Klassifikationsstandards übersetzen kann.

Schritt 1: Das flexible, interne Datenmodell
Die Grundlage ist ein PIM, das es dir erlaubt, dein eigenes, internes Datenmodell so reichhaltig und detailliert wie möglich aufzubauen. In entitys.io beispielsweise bist du nicht auf eine starre Struktur festgelegt. Du kannst alle für dich relevanten Attribute (z.B. "Unsere_interne_Leistungsangabe_in_PS") in deinem eigenen, logischen System pflegen. Dies ist deine "Muttersprache".

Schritt 2: Parallele Klassifikationen an einem Produkt
Ein leistungsfähiges PIM muss in der Lage sein, ein einziges Produkt parallel nach mehreren Standards zu klassifizieren. Das bedeutet, du kannst an deinem Produkt "Motor-Typ A" sowohl die ECLASS-Klasse 27-14-11-05 als auch die ETIM-Klasse EC000123 zuweisen. Das Produkt existiert nur einmal, hat aber mehrere "Etiketten".

Schritt 3: Das Mapping – Die eigentliche Übersetzungsarbeit
Dies ist der entscheidende, einmalige Konzeptionsaufwand. Du musst deinem PIM-System beibringen, wie es deine interne "Muttersprache" in die Zielsprachen übersetzen soll. Dies geschieht durch einen Prozess, der sich "Mapping" nennt.

  • Klassen-Mapping: Du ordnest deine internen Produktkategorien den Klassen der externen Standards zu.

  • Attribut-Mapping: Du ordnest deine internen Attribute den Merkmalen der externen Standards zu. Beispiel: Unsere_interne_Leistungsangabe_in_PS wird auf das ECLASS-Merkmal Nennleistung gemappt.

  • Wert- und Einheiten-Transformation: Hier wird es intelligent. Das PIM muss in der Lage sein, Werte umzurechnen. Es muss wissen, dass es den Wert aus deinem PS-Feld mit 0,7355 multiplizieren muss, um den für ECLASS geforderten Wert in kW zu erhalten.

Die Rolle von entitys.io als Übersetzer:
Unser PIM wurde genau für diese Herausforderung entwickelt.

  • Flexibles Datenmodell: Du kannst beliebig viele Klassifikationen und Attribute anlegen, um dein internes Wissen und die Anforderungen der externen Standards abzubilden.

  • KI-gestützte Klassifizierung: Unser Klassifikationsassistent kann dir auf Basis von Produktnamen und -beschreibungen Vorschläge für die richtige ECLASS- oder ETIM-Klasse machen, was die initiale, aufwendige Klassifizierung deines Sortiments massiv beschleunigt.

  • Mächtiges Regelwerk (ETL): Das Herzstück ist unser Export-Regelwerk. Hier kannst du per Benutzeroberfläche (ohne Programmierung) komplexe Mapping- und Transformationsregeln definieren. Du kannst für jeden Kanal (z.B. "Export für Industrie-Plattform", "Export für Elektro-Großhandel") ein eigenes Regelset anlegen, das deine zentral gepflegten Daten on-the-fly in das exakt geforderte Zielformat inklusive der richtigen Klassifikation übersetzt.

So pflegst du deine Daten nur einmal – in deiner eigenen, internen Logik. Das PIM übernimmt die mühevolle und fehleranfällige Arbeit der Übersetzung in die verschiedenen "Datendialekte" deiner Partner. Du bleibst der Herr deiner Daten, bist aber gleichzeitig in der Lage, jeden Kanal in seiner eigenen Sprache fließend zu bedienen.

4. Die strategischen Konsequenzen: Warum Datenstandards über deinen Markterfolg entscheiden

Die Fähigkeit, Branchenstandards wie ECLASS und ETIM zu liefern, ist weit mehr als eine technische Übung zur Effizienzsteigerung. Es ist eine strategische Entscheidung, die direkten Einfluss auf deinen Umsatz, deine Marktposition und deine Zukunftsfähigkeit hat.

1. Marktzugang und Umsatzsteigerung

In vielen B2B-Branchen sind Klassifikationsstandards der Schlüssel zum Tor.

  • Listungsvoraussetzung: Viele große Industrieunternehmen und Handelsketten nehmen nur noch Lieferanten in ihr eProcurement-System auf, die ECLASS-klassifizierte Kataloge liefern können. Ohne ECLASS bist du für diese Kunden unsichtbar.

  • Verbesserte Sichtbarkeit im Kanal: Im Fachgroßhandel führt eine saubere ETIM-Klassifizierung zu einer Top-Platzierung in der gefilterten Suche. Wenn der Installateur nach "Schalter, IP44, unterputz" filtert und dein Produkt erscheint, während das deines Wettbewerbers wegen fehlender Attribute nicht erscheint, gewinnst du den Auftrag.

  • Erschließung von Plattformen: B2B-Marktplätze wie Mercateo oder Conrad nutzen ebenfalls Standards, um die Millionen von Produkten auf ihrer Plattform vergleichbar zu machen. Die Lieferung standardisierter Daten ist die Grundvoraussetzung, um auf diesen reichweitenstarken Plattformen erfolgreich zu sein.

2. Steigerung der internen Effizienz und Datenqualität

Der Zwang, sich mit externen Standards zu beschäftigen, hat einen enorm positiven Nebeneffekt: Er zwingt dich, deine eigenen Daten und Prozesse aufzuräumen.

  • Aufdeckung von Datenlücken: Der Mapping-Prozess auf einen Standard wie ETIM deckt schonungslos auf, welche technischen Attribute in deiner internen Datenpflege bisher gefehlt haben.

  • Harmonisierung interner Begriffe: Die Diskussion darüber, ob ein Merkmal nun "Breite" oder "Tiefe" ist, wird durch den Blick in den Standard beendet. Das führt zu einer einheitlichen Sprache im gesamten Unternehmen.

  • Automatisierungspotenzial: Saubere, standardisierte Daten sind die Voraussetzung für jede Form der Automatisierung, von der automatischen Erstellung von Datenblättern bis hin zu KI-gestützten Beratungs-Chatbots.

3. Zukunftssicherheit und Vorbereitung auf den Digitalen Produktpass (DPP)

Die regulatorischen Anforderungen an die Datenlieferkette werden in den nächsten Jahren massiv zunehmen. Der von der EU geplante Digitale Produktpass wird eine lückenlose, standardisierte Dokumentation über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts erfordern. Die Strukturen und Merkmale, die dafür benötigt werden, sind in Standards wie ECLASS bereits heute in weiten Teilen angelegt. Unternehmen, die schon jetzt die Kompetenz im Umgang mit komplexen Datenstandards aufbauen, haben einen riesigen Vorsprung bei der Erfüllung zukünftiger Compliance-Anforderungen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu B2B-Datenstandards

Können wir ECLASS und ETIM parallel in einem PIM-System nutzen?

Ja, das ist sogar ein häufiger Anwendungsfall. Ein modernes PIM wie entitys.io muss in der Lage sein, einem Produkt mehrere Klassifikationen zuzuordnen und für verschiedene Exporte die jeweils passende Klassifikation heranzuziehen.

Wie groß ist der Aufwand für die erstmalige Klassifizierung unseres gesamten Sortiments?

Der Initialaufwand sollte nicht unterschätzt werden und hängt stark von der Qualität und Struktur deiner bestehenden Daten ab. Es ist ein Projekt, das Fachexpertise aus dem Produktmanagement erfordert. KI-gestützte Werkzeuge, wie der Klassifikationsassistent in entitys.io, können diesen Prozess jedoch erheblich beschleunigen, indem sie intelligente Vorschläge für die Zuordnung machen.

Unser ERP-System hat auch Felder für ECLASS. Reicht das nicht aus?

ERP-Systeme sind für die Verwaltung von Transaktionsdaten (Preise, Bestände) optimiert, nicht für die komplexe, mehrsprachige und medienreiche Pflege von Klassifikationsdaten. Ihnen fehlen die flexiblen Datenmodelle, die Workflow-Funktionen und die leistungsstarken Export-Möglichkeiten eines spezialisierten PIM-Systems. Das PIM ist die Veredelungs- und Übersetzungszentrale, die das ERP sinnvoll ergänzt.

Welchen Standard sollen wir zuerst einführen?

Das hängt komplett von deiner Zielgruppe ab. Wenn deine wichtigsten Kunden große Industrieunternehmen sind, ist ECLASS die Priorität. Wenn du primär über den Elektro- oder SHK-Großhandel verkaufst, ist ETIM unverzichtbar. Führe eine Analyse deiner Vertriebskanäle durch, um die strategisch wichtigste "Sprache" zuerst zu lernen.

Fazit: Werde zum mehrsprachigen Champion deiner Branche

In der globalisierten, digitalisierten B2B-Welt reicht es nicht mehr aus, nur die eigene Sprache zu sprechen. Die Fähigkeit, fließend in den Datendialekten deiner Kunden und Partner zu kommunizieren, ist von einer technischen Kür zu einer strategischen Pflicht geworden. Standards wie ECLASS und ETIM sind der Schlüssel zu den wichtigsten Vertriebskanälen und Zielgruppen in der Industrie und im Handwerk.

Sie zu ignorieren bedeutet, sich selbst unsichtbar zu machen und auf immense Umsatz- und Effizienzpotenziale zu verzichten. Die gute Nachricht ist, dass du nicht für jeden Standard ein eigenes Team von Dolmetschern einstellen musst. Indem du dein PIM-System strategisch als zentrale Übersetzungs-Engine positionierst, schaffst du eine skalierbare und zukunftssichere Lösung. Du pflegst deine Daten in deiner gewohnten Umgebung und überlässt es der intelligenten Technologie, diese für jeden Anlass perfekt aufzubereiten. Mit einem flexiblen, auf die B2B-Anforderungen zugeschnittenen PIM wie entitys.io wirst du vom einsprachigen Produktdatenverwalter zum mehrsprachigen Champion, der in jeder Arena souverän und erfolgreich agiert.

Simon Manz

Simon ist Unternehmer und Executive Coach. Mit seiner Erfahrung aus über fünf Jahren bei BCG und der Gründung von entitys.io konzentriert er sich darauf, mittelständische Unternehmen bei Wachstum und Transformation zu unterstützen. Sein Schwerpunkt liegt auf pragmatischen Lösungen, die nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

Simon Manz

Simon ist Unternehmer und Executive Coach. Mit seiner Erfahrung aus über fünf Jahren bei BCG und der Gründung von entitys.io konzentriert er sich darauf, mittelständische Unternehmen bei Wachstum und Transformation zu unterstützen. Sein Schwerpunkt liegt auf pragmatischen Lösungen, die nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

Simon Manz

Simon ist Unternehmer und Executive Coach. Mit seiner Erfahrung aus über fünf Jahren bei BCG und der Gründung von entitys.io konzentriert er sich darauf, mittelständische Unternehmen bei Wachstum und Transformation zu unterstützen. Sein Schwerpunkt liegt auf pragmatischen Lösungen, die nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

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