4. Januar 2026

Composable Commerce für den Mittelstand: Dein PIM als Herz der E-Commerce-Zukunft

Erfahre, warum ein PIM-System das zentrale Fundament für eine agile, zukunftssichere E-Commerce-Architektur ist.

Composable Commerce für den Mittelstand: Dein PIM als Herz der E-Commerce-Zukunft

Composable Commerce für den Mittelstand: Warum dein PIM das wahre Herz deiner E-Commerce-Zukunft ist

Der strategische Einstieg in den Composable Commerce gelingt dem Mittelstand durch die Positionierung eines flexiblen, API-first PIM-Systems als zentralen Daten-Hub. Anstatt ein starres, monolithisches Shopsystem zu betreiben, schaffst du eine agile Architektur aus den besten am Markt verfügbaren Speziallösungen, die alle von deinem PIM als einziger, verlässlicher Quelle für Produktinformationen gespeist werden. Dieser Ansatz macht dich unabhängig, zukunftssicher und dramatisch schneller in der Anpassung an neue Marktanforderungen.

Für die meisten IT-Leiter und E-Commerce-Verantwortlichen im deutschen Mittelstand ist es ein wiederkehrender Albtraum: der Relaunch des Onlineshops. Ein Mammutprojekt, das alle drei bis fünf Jahre droht und immense Ressourcen verschlingt. Das bestehende, monolithische Shopsystem ist in die Jahre gekommen, es ist langsam, unflexibel, und jede kleine Anpassung für einen neuen Marktplatz oder eine neue Vertriebsidee erfordert monatelange Entwicklungsarbeit und sprengt jedes Budget. Man fühlt sich gefangen in einem technologischen Korsett, das mit den wachsenden Anforderungen des digitalen Handels einfach nicht mehr Schritt halten kann. Und während man mühsam den nächsten Relaunch plant, ziehen agilere Wettbewerber mit neuen, innovativen Kundenerlebnissen und einer Präsenz auf unzähligen Kanälen scheinbar mühelos vorbei.

Genau in diesem Spannungsfeld taucht ein Begriff immer häufiger auf, der wie eine Befreiung klingt: "Composable Commerce". Doch für viele im traditionell geprägten Mittelstand wirkt dieses Konzept schnell wie das nächste überkomplexe Buzzword aus dem Silicon Valley – faszinierend, aber scheinbar nur für hippe Start-ups oder riesige Online-Konzerne relevant. Das ist ein gefährlicher Trugschluss. In Wahrheit ist der Ansatz des Composable Commerce der logischste, nachhaltigste und wirtschaftlich klügste Weg für den Mittelstand, um aus der Falle der teuren und riskanten Relaunch-Zyklen auszubrechen. Und das Herzstück dieser Revolution ist ein System, das viele Unternehmen bereits im Einsatz haben oder gerade evaluieren: das Product Information Management (PIM) System. Dieser Leitfaden übersetzt den Trend für dich, entmystifiziert die Technologie dahinter und zeigt, warum dein PIM nicht nur ein Teil, sondern der zentrale Anker deiner zukünftigen E-Commerce-Strategie sein muss.

1. Die Fesseln des Monolithen: Warum traditionelle Shopsysteme zur Wachstumsbremse werden

Um die Genialität des Composable-Ansatzes zu verstehen, müssen wir zuerst die Schmerzpunkte des traditionellen Modells schonungslos offenlegen. Die meisten E-Commerce-Plattformen, mit denen der Mittelstand in den letzten zehn Jahren groß geworden ist, sind sogenannte "Monolithen". Das Wort beschreibt die Architektur perfekt: Es ist ein einziger, riesiger Block aus Software, der versucht, alles in einem zu sein.

Ein monolithisches Shopsystem ist gleichzeitig:

  • Frontend: Es steuert, wie der Shop für den Kunden aussieht (das "Theme" oder "Template").

  • Backend: Es verwaltet die Produkte, Kunden, Bestellungen und Inhalte.

  • Warenkorb & Checkout: Es wickelt den gesamten Kaufprozess ab.

  • CMS: Es enthält oft ein mehr oder weniger gutes System zur Verwaltung von Content-Seiten wie dem Blog oder "Über uns".

  • Datenbank: Alles wird in einer einzigen, riesigen Datenbank gespeichert.

Auf den ersten Blick wirkt dieses "Alles-aus-einer-Hand"-Prinzip praktisch. Doch mit wachsendem Erfolg und steigender Komplexität verwandeln sich die Vorteile in massive Nachteile.

Die drei Hauptprobleme monolithischer Architekturen

1. Extreme Unflexibilität und Langsamkeit (Der "Tanker-Effekt")
Ein Monolith ist wie ein riesiger Ozeandampfer. Er ist stabil, aber extrem schwerfällig zu steuern. Jede noch so kleine Änderung hat potenziell Auswirkungen auf das gesamte System.

  • Beispiel: Du möchtest eine neue, innovative Suchfunktion von einem Drittanbieter integrieren, weil die eingebaute Suche deines Shopsystems schlecht ist. Dies erfordert oft tiefe Eingriffe in den Kern des Monolithen. Die Integration wird zu einem monatelangen, teuren Projekt mit unkalkulierbaren Risiken, da unklar ist, welche anderen Teile des Shops davon betroffen sein könnten. Ein einfaches "Austauschen" einer Komponente ist unmöglich.

2. Gekoppeltes Frontend und Backend ("Die Zwangsheirat")
Im Monolithen sind die Darstellung (Frontend) und die Datenlogik (Backend) fest miteinander verheiratet. Du kannst nicht das eine ändern, ohne das andere grundlegend zu beeinflussen.

  • Beispiel: Dein Marketing-Team möchte das Design der Produktdetailseite komplett überarbeiten, um eine bessere User Experience zu schaffen. Diese rein gestalterische Änderung erfordert die aufwendige Anpassung von Backend-Templates und kann die Funktionalität des gesamten Shops gefährden. Gleichzeitig willst du deine Produktdaten auch für eine neue mobile App oder einen Sprachassistenten nutzen. Da die Daten aber untrennbar mit dem Web-Frontend verbunden sind, ist dies ohne komplexe Workarounds nicht möglich. Du bist gefangen im Kanal "Website".

3. Riskante und teure Updates ("Die Operation am offenen Herzen")
Jedes Update des Shopsystems wird zu einem Großprojekt. Da alle Komponenten so eng miteinander verwoben sind, kann das Update einer Komponente das gesamte System lahmlegen.

  • Beispiel: Der Hersteller deines Shopsystems veröffentlicht ein wichtiges Sicherheitsupdate. Du kannst es aber nicht einfach einspielen, weil du in den letzten Jahren unzählige individuelle Anpassungen am Code vorgenommen hast. Jedes Update erfordert wochenlange Tests, um sicherzustellen, dass keine deiner Sonderfunktionen kaputtgeht. Oft werden Updates deshalb so lange aufgeschoben, bis es aus Sicherheits- oder Kompatibilitätsgründen gar nicht mehr anders geht – und dann steht der nächste komplette Relaunch an.

Diese drei Probleme führen zu einem Teufelskreis aus steigenden Kosten, abnehmender Agilität und wachsender Frustration. Du investierst immer mehr Geld nur dafür, den Status quo zu erhalten, anstatt in Innovation und Wachstum zu investieren.

2. Die Befreiung: Was Composable Commerce wirklich bedeutet (und warum es wie LEGO für dein Business ist)

Composable Commerce ist die radikale Abkehr vom starren Monolithen. Die Grundidee ist bestechend einfach: Anstatt ein einziges System für alles zu nutzen, stellst du deine E-Commerce-Landschaft aus vielen kleinen, unabhängigen Speziallösungen zusammen, die jeweils eine Sache perfekt beherrschen.

Die beste Analogie dafür ist der Unterschied zwischen einem fertigen Plastik-Spielzeugauto und einer Kiste voller LEGO-Steine.

  • Der Monolith ist das Spielzeugauto: Es kann nur eine Sache – fahren. Du kannst die Farbe nicht ändern, keinen Anhänger anbauen und es nicht in ein Flugzeug verwandeln. Wenn du ein Flugzeug willst, musst du ein komplett neues Spielzeug kaufen (der Relaunch).

  • Composable Commerce ist die LEGO-Kiste: Du hast hochspezialisierte Bausteine für Räder, Flügel, Motoren und Cockpits. Heute baust du ein schnelles Rennauto. Morgen baust du es mit denselben Steinen zu einem robusten LKW um. Und übermorgen fügst du Flügel hinzu und hast ein Flugzeug. Du bist frei, jederzeit das zu bauen, was du gerade brauchst, und kannst jede Komponente einzeln austauschen oder verbessern.

Diese "Bausteine" im Composable Commerce sind Software-Services von verschiedenen Anbietern, die jeweils "Best-of-Breed" sind – also die besten in ihrer jeweiligen Disziplin. Zum Beispiel:

  • Ein Service für die Suche (z.B. Algolia)

  • Ein Service für das Content Management (z.B. Contentful)

  • Ein Service für den Checkout (z.B. Stripe)

  • Ein Service für die Personalisierung (z.B. Nosto)

  • Und – als zentraler Baustein für alle Produktdaten – ein Service für das Product Information Management (PIM).

Die technische Grundlage: MACH-Architektur einfach erklärt

Damit diese LEGO-Steine miteinander reden können, benötigen sie eine gemeinsame Sprache und ein gemeinsames Bauprinzip. Dieses Prinzip nennt sich MACH-Architektur. Das Akronym steht für die vier technologischen Säulen, die Composable Commerce ermöglichen:

  • Microservices: Jeder "Baustein" ist ein kleiner, unabhängiger Service mit einer klar definierten Aufgabe (z.B. der "Bezahl-Service"). Er läuft eigenständig und kann unabhängig von den anderen aktualisiert oder ausgetauscht werden.

  • API-First: Die Kommunikation zwischen den Bausteinen erfolgt ausschließlich über standardisierte Schnittstellen (APIs). Das ist wie die Noppen bei den LEGO-Steinen: Jeder Stein passt auf jeden anderen, weil die Verbindung standardisiert ist.

  • Cloud-native: Alle Services laufen in der Cloud. Das bedeutet, du musst dich nicht um Server, Wartung oder Skalierung kümmern. Wenn dein Shop plötzlich mehr Besucher hat, skaliert die Cloud-Infrastruktur automatisch mit.

  • Headless: Dies ist das revolutionärste Konzept. "Headless" bedeutet, dass das Backend (die Daten und die Geschäftslogik) komplett vom Frontend (dem "Head", also der Benutzeroberfläche) entkoppelt ist.

Stell dir vor, dein PIM-System ist das Backend. Es "weiß" alles über deine Produkte. Es hat aber keine Ahnung und keine Meinung dazu, wie diese Informationen aussehen sollen. Es stellt die Daten einfach über eine API zur Verfügung. Dein Frontend – sei es eine Website, eine mobile App, ein Sprachassistent oder ein Terminal am Point of Sale – holt sich diese Daten und entscheidet selbst, wie es sie darstellt.

Diese Entkopplung gibt dir die ultimative Freiheit. Du kannst das Frontend komplett neu gestalten, ohne das Backend anzufassen. Und du kannst mit denselben Backend-Daten unzählige verschiedene Frontends (Kanäle) bedienen.

3. Das PIM als unerschütterliches Herz: Warum es der wichtigste Baustein in deiner LEGO-Kiste ist

In der Diskussion um Composable Commerce wird oft der Fehler gemacht, das PIM-System als einen Baustein von vielen zu betrachten. Das ist grundlegend falsch. Das PIM ist nicht nur ein Stein in deiner LEGO-Kiste – es ist der Fundament-Stein, auf dem alles andere aufbaut. Es ist das unerschütterliche, stabile Herz deiner gesamten E-Commerce-Architektur.

Stabilität in einer Welt der Flexibilität

Die große Stärke des Composable-Ansatzes ist seine Flexibilität. Du kannst dein Frontend-Framework, dein CMS oder deinen Payment-Anbieter jederzeit austauschen. Aber was passiert mit deinen wertvollsten Daten – deinen Produktdaten –, wenn sie in einem dieser austauschbaren Systeme gespeichert sind? Sie gehen verloren oder müssen aufwendig migriert werden.

Hier kommt die strategische Rolle des PIM ins Spiel. Das PIM ist der einzige Teil deiner Architektur, der auf Langfristigkeit und Stabilität ausgelegt ist. Es ist der "Single Point of Truth" für dein wertvollstes digitales Kapital. Alles, was dein Produkt ausmacht – technische Spezifikationen, Marketingtexte, Bilder, Videos, Anleitungen, Zertifikate – lebt sicher und zentral im PIM.

Während sich die Frontends und die angebundenen Services im Laufe der Zeit ändern können und sollen, bleibt das PIM als Daten-Backend der Fels in der Brandung. Es sorgt für Kontinuität und schützt deine Investitionen in die Datenanreicherung.

Dein PIM ist der "Headless Commerce Engine" für deine Produkte

Ein modernes, API-first PIM-System wie entitys.io ist von Natur aus "headless". Es wurde genau für diese Art von Architektur gebaut.

  • API-First by Design: Jede Information in entitys.io ist über eine saubere, schnelle und gut dokumentierte REST-API abrufbar. Entwickler können die Produktdaten einfach "konsumieren" und in jedes beliebige Frontend integrieren.

  • Flexibles Datenmodell: Du bist nicht an das starre Datenmodell eines Shopsystems gebunden. In entitys.io kannst du dein Produktdatenmodell exakt so modellieren, wie es für deine komplexen B2B-Produkte und -Beziehungen notwendig ist. Diese reichhaltigen, strukturierten Daten sind die Grundlage für eine überlegene User Experience im Frontend.

  • Cloud-native SaaS-Lösung: Als echte SaaS-Lösung passt entitys.io perfekt in die MACH-Architektur. Es gibt keine Sorgen um Skalierung, Wartung oder Updates. Du kannst dich darauf verlassen, dass der "Motor" deiner Produktdaten einfach läuft.

In einer Composable-Welt wird das PIM also vom reinen Verwaltungswerkzeug zum strategischen "Enabler". Es ist die zentrale Content- und Commerce-Engine, die es allen anderen Systemen überhaupt erst ermöglicht, ihre Arbeit zu tun. Es entkoppelt deine wertvollen Produktdaten von der schnelllebigen Welt der Frontend-Technologien und macht dich damit wahrhaft zukunftssicher.

4. Die konkreten Vorteile für den Mittelstand: Mehr als nur ein Technik-Trend

Theorie ist gut, aber was bringt Composable Commerce ganz praktisch für dein mittelständisches Unternehmen? Die Vorteile sind direkt, messbar und adressieren genau die Schmerzpunkte, die durch monolithische Systeme verursacht werden.

Vorteil 1: Radikale Steigerung der Agilität und Geschwindigkeit

Dies ist der größte Hebel. Anstatt Monate oder Jahre auf den nächsten Relaunch zu warten, kannst du neue Ideen in Wochen oder sogar Tagen umsetzen.

  • Schnelle Erschließung neuer Kanäle: Du möchtest deine Produkte auf einem neuen B2B-Marktplatz in Frankreich listen? Anstatt deinen Monolithen umständlich anzupassen, entwickelst du einfach ein neues "Frontend", das die Daten aus deinem PIM über die API konsumiert und im geforderten Format an den Marktplatz sendet.

  • Experimente ohne Risiko: Dein Marketing-Team hat eine Idee für eine innovative Landingpage mit einem Produktkonfigurator. Anstatt das Haupt-Shopsystem zu gefährden, baut eine Agentur eine kleine, eigenständige Web-Anwendung (Microservice), die sich die Produktdaten aus dem PIM holt. Funktioniert die Idee, wird sie ausgebaut. Funktioniert sie nicht, wird sie ohne große Verluste wieder abgeschaltet.

Vorteil 2: Deutliche Reduzierung der Total Cost of Ownership (TCO)

Ein Composable-Ansatz kann auf lange Sicht deutlich kosteneffizienter sein, auch wenn es anfangs nicht so scheint.

  • Keine teuren Relaunches mehr: Die massiven Einmal-Investitionen für einen kompletten Neuaufbau deines Shops alle paar Jahre entfallen. Stattdessen investierst du kontinuierlich in die schrittweise Verbesserung und den Austausch einzelner Komponenten. Das macht die Kosten planbarer und vermeidet hohe Kapitalbindungen.

  • Bezahlung nach Nutzung: Bei Cloud-nativen SaaS-Lösungen zahlst du nur für die Ressourcen, die du wirklich brauchst. Anstatt eine teure "All-in-one"-Lizenz für einen Monolithen zu kaufen, dessen Funktionen du nur zu 30% nutzt, zahlst du für jeden spezialisierten Service eine separate, aber oft deutlich geringere Gebühr.

  • Effizientere Entwicklung: Entwicklerteams können an den kleinen, unabhängigen Services parallel und agil arbeiten, ohne sich gegenseitig zu blockieren. Das steigert die Produktivität und senkt die Entwicklungskosten.

Vorteil 3: Ultimative Zukunftssicherheit und Unabhängigkeit

Mit einem Composable-Ansatz befreist du dich aus der Abhängigkeit von einem einzigen Softwarehersteller.

  • Technologiefreiheit: Du bist nicht mehr an die technologische Roadmap deines Shop-Anbieters gebunden. Wenn eine neue, bessere Frontend-Technologie auf den Markt kommt, kannst du sie nutzen, ohne dein gesamtes Backend über den Haufen werfen zu müssen. Deine Daten im PIM bleiben davon unberührt.

  • Austauschbarkeit der Komponenten: Wenn dein CMS-Anbieter die Preise erhöht oder der Support schlecht wird, tauschst du ihn einfach aus. Da die Kommunikation über standardisierte APIs läuft, ist der Wechsel einer Komponente ein planbarer und überschaubarer Prozess.

Für den oft risikoscheuen Mittelstand ist dies der entscheidende Punkt: Composable Commerce ist keine riskante Wette auf einen neuen Trend. Es ist die sicherste Strategie, um langfristig die Kontrolle über die eigene technologische Zukunft zu behalten.

5. Die ersten Schritte in die Composable-Welt: Eine pragmatische Roadmap

Die Vorstellung, die gesamte IT-Landschaft auf einmal umzubauen, ist für jedes mittelständische Unternehmen abschreckend. Die gute Nachricht ist: Das musst du auch gar nicht. Der Weg zum Composable Commerce ist kein radikaler "Big Bang", sondern eine schrittweise Evolution.

Schritt 1: Zentralisiere deine Produktdaten in einem API-first PIM

Der absolut erste und wichtigste Schritt ist die Entkopplung deiner Produktdaten von deinem aktuellen Shopsystem. Beginne damit, ein modernes, API-first PIM-System wie entitys.io als deine "Single Source of Truth" für alle Produktinformationen zu etablieren.

  • Migriere und bereinige: Nutze die Einführung, um deine Produktdaten aus dem ERP, den Excel-Listen und deinem alten Shop an einem Ort zu konsolidieren und grundlegend zu bereinigen.

  • Binde dein PIM an dein ERP an: Automatisiere den Fluss von Preisen und Beständen aus deinem ERP-System in das PIM.

  • Schalte den alten Produkt-Admin ab: Trainiere dein Team darauf, neue Produkte und Änderungen nur noch im PIM zu pflegen, nicht mehr im Backend deines alten Shops.

Schritt 2: Beginne, Kanäle aus dem PIM zu speisen ("Headless" gehen)

Jetzt, wo deine Daten zentral im PIM leben, beginne damit, deine Kanäle über die API des PIM zu füttern, anstatt die Daten direkt in den Kanälen zu pflegen.

  • Pilotprojekt: Wähle einen neuen, überschaubaren Kanal, z.B. einen spezifischen Marktplatz oder die Datenversorgung für eine Vertriebs-App. Nutze hier von Anfang an die API deines PIM, um die Daten bereitzustellen.

  • Entkopplung des bestehenden Shops: Im nächsten Schritt kannst du deinen bestehenden monolithischen Shop so umbauen, dass er sich die Produktdaten nicht mehr aus seiner eigenen Datenbank, sondern live aus dem PIM holt. Dein Shop wird damit zum ersten "Head" für dein neues, zentrales Produkt-Backend.

Schritt 3: Sukzessiver Austausch weiterer Komponenten

Sobald dein PIM als stabiles Herz etabliert ist, kannst du beginnen, weitere Teile deines Monolithen schrittweise durch "Best-of-Breed"-Lösungen zu ersetzen.

  • Ersetze die Shop-Suche: Integriere einen externen Such-Service, der sich seine Daten aus dem PIM holt.

  • Führe ein Headless CMS ein: Nutze für neue Content-Seiten ein modernes Headless CMS und ziehe dir die Produktinformationen per API aus dem PIM in die Content-Blöcke.

Mit jedem dieser Schritte wird dein alter Monolith schlanker und weniger kritisch, bis du ihn eines Tages ganz abschalten kannst, ohne dass es zu einem großen Knall kommt. Du vollziehst den Wandel im laufenden Betrieb, Schritt für Schritt, und realisierst mit jedem Schritt einen messbaren Mehrwert.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Composable Commerce im Mittelstand

Ist Composable Commerce nicht viel zu komplex und teuer für den Mittelstand?

Nein. Die Komplexität liegt in der anfänglichen Konzeption, aber die langfristige Wartung und Weiterentwicklung ist oft einfacher und kostengünstiger als bei einem Monolithen. Moderne SaaS-Lösungen für die einzelnen Komponenten haben die Einstiegshürden massiv gesenkt. Es ist keine Frage der Unternehmensgröße, sondern der strategischen Weitsicht.

Benötige ich ein riesiges IT-Team, um eine Composable-Architektur zu betreiben?

Du benötigst IT-Kompetenz, insbesondere im Bereich API-Management. Aber du musst nicht alles selbst entwickeln. Der Kern des Ansatzes ist ja, auf fertige SaaS-Lösungen ("Best-of-Breed") zu setzen. Dein IT-Team wandelt sich vom "Alles-Selber-Bauer" zum "intelligenten Integrator" und Orchestrator der verschiedenen Services.

Was ist der Unterschied zwischen "Headless Commerce" und "Composable Commerce"?

"Headless" ist ein technisches Architekturprinzip – die Entkopplung von Backend und Frontend. "Composable Commerce" ist die strategische Anwendung dieses Prinzips, bei der das gesamte E-Commerce-Setup aus austauschbaren, "headless" Komponenten ("Best-of-Breed"-Services) zusammengesetzt wird. Headless ist die Voraussetzung, Composable ist die Kür.

Unser aktueller Shop-Anbieter sagt, er sei jetzt auch "headless". Reicht das nicht?

Viele traditionelle Monolith-Anbieter versuchen, auf den Zug aufzuspringen, indem sie eine API über ihr altes System stülpen. Das ist ein Anfang, löst aber nicht das Kernproblem der starren, allumfassenden Architektur. Echtes Composable Commerce basiert auf einer Vielzahl von unabhängigen Microservices, nicht auf einem "kopflosen" Monolithen. Die Flexibilität und Austauschbarkeit der Komponenten ist hierbei der entscheidende Unterschied.

Fazit: Dein PIM ist der erste und wichtigste Schritt in eine agile Zukunft

Composable Commerce ist mehr als nur ein technologischer Trend. Es ist eine unternehmerische Strategie, die es dem Mittelstand ermöglicht, im digitalen Zeitalter agil, kundenzentriert und wettbewerbsfähig zu bleiben. Es ist der Ausweg aus der Abhängigkeit von starren, veralteten Systemen und der Befreiungsschlag aus den endlosen Zyklen teurer Relaunch-Projekte.

Der Weg in diese Zukunft mag komplex erscheinen, aber der erste Schritt ist klar, pragmatisch und von unschätzbarem Wert: die Etablierung deines PIM-Systems als zentrales, stabiles und unerschütterliches Herz deiner Produktdaten. Indem du deine wertvollsten digitalen Assets von der schnelllebigen Welt der Frontend-Technologien entkoppelst, schaffst du nicht nur Ordnung und Effizienz im Hier und Jetzt. Du legst das Fundament für eine technologische Zukunft, in der du die Regeln bestimmst – nicht deine Software.

Simon Manz

Simon ist Unternehmer und Executive Coach. Mit seiner Erfahrung aus über fünf Jahren bei BCG und der Gründung von entitys.io konzentriert er sich darauf, mittelständische Unternehmen bei Wachstum und Transformation zu unterstützen. Sein Schwerpunkt liegt auf pragmatischen Lösungen, die nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

Simon Manz

Simon ist Unternehmer und Executive Coach. Mit seiner Erfahrung aus über fünf Jahren bei BCG und der Gründung von entitys.io konzentriert er sich darauf, mittelständische Unternehmen bei Wachstum und Transformation zu unterstützen. Sein Schwerpunkt liegt auf pragmatischen Lösungen, die nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

Simon Manz

Simon ist Unternehmer und Executive Coach. Mit seiner Erfahrung aus über fünf Jahren bei BCG und der Gründung von entitys.io konzentriert er sich darauf, mittelständische Unternehmen bei Wachstum und Transformation zu unterstützen. Sein Schwerpunkt liegt auf pragmatischen Lösungen, die nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

MAGAZIN

Kürzlich erschienene Artikel

PIM System wechseln: 5 Warnsignale, dass dein Legacy-System das Wachstum bremst

Wissen

14.01.2026

Mehr

PIM System wechseln: 5 Warnsignale, dass dein Legacy-System das Wachstum bremst

PIM System wechseln: 5 Warnsignale, dass dein Legacy-System das Wachstum bremst

Wissen

14.01.2026

Mehr

PIM System wechseln: 5 Warnsignale, dass dein Legacy-System das Wachstum bremst

PIM-Strategie nach dem Go-Live | Kontinuierliche Weiterentwicklung

Wissen

11.01.2026

Mehr

PIM-Strategie nach dem Go-Live | Kontinuierliche Weiterentwicklung

PIM-Strategie nach dem Go-Live | Kontinuierliche Weiterentwicklung

Wissen

11.01.2026

Mehr

PIM-Strategie nach dem Go-Live | Kontinuierliche Weiterentwicklung