21. November 2025

PIM für Workwear & Arbeitsschutz: Mehr als nur Kleidung – So meisterst du Normen, Zertifikate und komplexe Daten

Entdecke, wie ein PIM-System Herstellern und Händlern von Workwear hilft, komplexe Normen, Zertifikate, Größen und emotionale Produktdaten effizient zu verwalten.

PIM für Workwear & Arbeitsschutz: Mehr als nur Kleidung – So meisterst du Normen, Zertifikate und komplexe Daten

Direkte Antwort: Darum ist ein PIM für die Workwear-Branche unverzichtbar

Ein PIM-System ist für Hersteller und Händler von Berufsbekleidung und persönlicher Schutzausrüstung (PSA) unerlässlich, um die hohe Komplexität von Normen, Zertifikaten, Materialien und Größenspiegeln zentral zu verwalten. Es stellt sicher, dass sicherheitsrelevante und emotionale Produktdaten über alle Kanäle hinweg korrekt, konsistent und gesetzeskonform ausgespielt werden.

Die besondere Herausforderung: Ein Produkt zwischen Norm und Emotion

Der Markt für Workwear und Arbeitsschutz ist einzigartig. Auf der einen Seite steht die knallharte, regulatorische Anforderung: Ein Sicherheitsschuh oder eine Warnschutzjacke ist kein modisches Accessoire, sondern eine lebenswichtige Ausrüstung. Fehlende oder falsche Angaben zu Schutznormen (z. B. EN ISO 20345 für Sicherheitsschuhe) können gravierende rechtliche und finanzielle Konsequenzen haben.

Auf der anderen Seite hat sich Workwear längst zu einem emotionalen Produkt entwickelt. Tragekomfort, Passform, Markenidentität und das Gefühl von Professionalität sind entscheidende Kaufkriterien geworden. Unternehmen kleiden ihre Teams ein, um einen einheitlichen und kompetenten Eindruck zu hinterlassen.

Diese Dualität aus präzisen, technischen Daten und emotionalem Storytelling führt in der Produktkommunikation oft zu einem Spagat, der mit traditionellen Mitteln wie Excel-Listen und Ordnerstrukturen nicht zu bewältigen ist.

Unsere Beobachtung: Wo das Datenmanagement in der Workwear-Branche an seine Grenzen stößt

Wir sehen immer wieder, dass gerade in dieser Branche Produktdaten an vielen verschiedenen Orten gepflegt werden. Die Zertifikate liegen als PDF auf dem Server der Qualitätsabteilung, die emotionalen Marketingtexte schreibt die Agentur, die Größen- und Materialdaten kommen aus dem ERP und die Lifestyle-Bilder liegen im Marketing-Ordner.

Dieses Silo-Denken führt unweigerlich zu Problemen:

  • Inkonsistenz: Im Online-Shop wird noch die alte Norm beworben, während im Datenblatt schon die neue steht.

  • Ineffizienz: Die Suche nach dem richtigen Zertifikat für ein bestimmtes Produkt in einer bestimmten Größe wird zur Detektivarbeit.

  • Fehlende Verknüpfungen: Dem Kunden werden keine passenden Handschuhe zur neuen Jacke vorgeschlagen, weil die Information über Produktsets fehlt.

1. Die drei Kernprobleme, die ein PIM in der Workwear-Branche löst

Ein zentrales PIM-System adressiert genau diese branchenspezifischen Herausforderungen und verwandelt sie in einen Wettbewerbsvorteil.

Herausforderung 1: Zertifikate, Normen und gesetzliche Anforderungen managen

Die Verwaltung von sicherheitsrelevanten Daten ist die größte und wichtigste Aufgabe. Jedes Produkt muss spezifische Normen erfüllen, die sich zudem regelmäßig ändern.

Typische Datenpunkte sind:

  • Schutzklassen (z. B. S1, S2, S3 bei Schuhen)

  • Zertifikate und Konformitätserklärungen als PDF

  • Gültigkeitsdaten von Zertifikaten

  • Anwendbare EN/ISO-Normen

  • Materialzusammensetzungen und Pflegehinweise

  • Das Problem: Wie stellst du sicher, dass bei einer Norm-Änderung alle betroffenen Produkte sofort aktualisiert werden? Wie verhinderst du, dass ein Produkt mit abgelaufenem Zertifikat weiter verkauft wird?

  • Die PIM-Lösung: In einem PIM-System werden diese sicherheitsrelevanten Daten als zentrale Attribute gepflegt. Zertifikate werden als digitale Assets direkt mit dem Produkt verknüpft. Du kannst sogar Gültigkeitsdaten hinterlegen und Workflows einrichten, die dich automatisch informieren, wenn ein Zertifikat zu erneuern ist. Ändert sich eine Norm, passt du sie an einer einzigen Stelle an, und die Änderung wird automatisch an alle angebundenen Kanäle (Shop, Katalog, Händlerportal) vererbt.

Mit der flexiblen Attributverwaltung in entitys.io kannst du alle denkbaren Normen und Materialeigenschaften präzise abbilden und pflegen.

Herausforderung 2: Komplexe Varianten – Größen, Farben und Passformen

Workwear gibt es in unzähligen Varianten: verschiedene Farben, dutzende Größen (oft in unterschiedlichen Größensystemen wie EU, US, UK), Damen- und Herren-Schnitte.

  • Das Problem: Die Pflege von hunderten oder tausenden von Artikelvarianten (SKUs) pro Produkt in Excel ist extrem fehleranfällig. Oft werden neue Größen nicht angelegt oder falsche Bilder zugeordnet.

  • Die PIM-Lösung: Ein PIM arbeitet nicht auf Ebene der einzelnen SKU, sondern auf Ebene des Produktmodells. Du legst ein Basisprodukt (z.B. "Sicherheitshose Modell X") an und definierst die variantenbildenden Merkmale wie Größe und Farbe. Das System generiert daraus automatisch alle SKUs. Bilder, Texte und Normen, die für alle Varianten gelten, werden nur einmal am Basisprodukt gepflegt und vererbt.

Herausforderung 3: Die Verbindung von technischen Daten und emotionalem Content

Der Kunde im B2B-Shop möchte beides: Er muss auf einen Blick die Schutzklasse erkennen, will aber auch wissen, ob die Jacke atmungsaktiv ist und einen guten Schnitt hat.

  • Das Problem: Wie schaffst du es, eine konsistente Produktstory über alle Kanäle zu erzählen, die sowohl die technischen Fakten als auch den emotionalen Nutzen transportiert?

  • Die PIM-Lösung: Ein PIM ist der zentrale Ort, an dem alle Fäden zusammenlaufen. Hier verknüpfst du die harten Fakten (Normen, Materialien) mit den weichen Faktoren (Marketingtexte, Anwendungsbilder, Videos). Du kannst definieren, welche Informationen in welchem Kanal ausgespielt werden. Auf einem B2B-Marktplatz stehen die Normen im Vordergrund, im eigenen Online-Shop vielleicht eher die Lifestyle-Bilder und Tragevideos.

Herausforderung 4: Veredelung und Personalisierung im großen Stil

Für viele Unternehmen ist die Arbeitskleidung ein wichtiger Teil der Corporate Identity. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach personalisierter Kleidung mit Firmenlogos, individuellen Farben oder sogar Mitarbeiternamen.

  • Das Problem: Die Verwaltung dieser Veredelungsoptionen ist extrem komplex. Welche Artikel können veredelt werden? An welcher Position kann ein Logo platziert werden? Welche Druck- oder Stickverfahren sind für welches Material geeignet? Diese Informationen sind oft nur in den Köpfen einzelner Mitarbeiter vorhanden, was zu Fehlern in der Angebots- und Auftragsphase führt.

  • Die PIM-Lösung: Im PIM-System kannst du die Veredelungsfähigkeit als zentrales Merkmal pflegen. Du definierst pro Artikel, ob eine Personalisierung möglich ist und welche Optionen zur Verfügung stehen. Diese strukturierten Daten können direkt an einen Online-Konfigurator oder das ERP-System übergeben werden. So stellst du sicher, dass nur technisch machbare Veredelungen angeboten werden und der Vertrieb immer auf korrekte Informationen zugreift.

2. Strategische Vorteile eines PIM für Hersteller und Händler von Workwear

Die Einführung eines PIM-Systems geht weit über die reine Datenpflege hinaus und schafft handfeste strategische Vorteile.

Anwendungsfall 1: Cross-Selling und Systemverkäufe aktiv steuern

Workwear wird oft im Set gekauft. Zur Hose passt eine bestimmte Jacke, dazu die passenden Schuhe und Handschuhe.

Im PIM kannst du diese Beziehungen und Produktsets systematisch pflegen. Diese Information wird an den Online-Shop übergeben, der dem Kunden dann proaktiv passende Artikel vorschlagen kann. Das erhöht nicht nur den durchschnittlichen Warenkorbwert, sondern verbessert auch das Einkaufserlebnis des Kunden.

Anwendungsfall 2: Effiziente Bespielung von Händlerportalen und Beschaffungsplattformen

Große Unternehmen und Konzerne kaufen Arbeitskleidung oft über eigene Beschaffungsplattformen ein. Diese erfordern Produktdaten in standardisierten Formaten wie BMEcat und oft klassifiziert nach ECLASS.

Mit einem PIM wie entitys.io kannst du diese Exporte auf Knopfdruck erstellen. Du definierst einmal das Regelwerk, und das System generiert automatisch die korrekten Katalogdateien für deine wichtigsten Großkunden – ein entscheidender Vorteil bei Ausschreibungen.

Anwendungsfall 3: Nachhaltigkeit, Lieferkettentransparenz und der Digitale Produktpass (DPP)

Kaum eine Branche wird von der Forderung nach mehr Nachhaltigkeit so stark beeinflusst wie die Textilindustrie. Kunden und Gesetzgeber verlangen Transparenz über die gesamte Lieferkette. Mit dem Digitalen Produktpass (DPP) wird diese Anforderung für viele Produkte zur Pflicht.

  • Die Datenherausforderung: Um die Fragen nach Herkunft der Rohstoffe, eingesetzten Chemikalien, CO2-Fußabdruck oder Recyclingfähigkeit zu beantworten, musst du eine riesige Menge an Daten von deinen Vorlieferanten sammeln und managen.

  • Die PIM-Lösung: Das PIM-System wird zur zentralen Sammelstelle für all diese Nachhaltigkeitsdaten. Du kannst Informationen zu Lieferanten, Materialien, Produktionsstätten und Zertifikaten (z.B. OEKO-TEX®, Fair Trade) direkt am Produkt hinterlegen. Damit schaffst du eine lückenlose Dokumentation und bist perfekt auf die Anforderungen des DPP vorbereitet. Diese Informationen kannst du dann transparent im Online-Shop darstellen und als echtes Verkaufsargument nutzen.

Fazit: Sicherheit und Vertrauen beginnen bei den Produktdaten

In der Workwear- und Arbeitsschutz-Branche ist Vertrauen die härteste Währung. Deine Kunden müssen sich zu 100 % darauf verlassen können, dass deine Produkte die versprochenen Schutzfunktionen erfüllen. Dieses Vertrauen beginnt bei der Qualität und Konsistenz deiner Produktdaten.

Ein zentrales PIM-System ist die technologische Grundlage, um diese Daten-Exzellenz zu erreichen. Es hilft dir, die regulatorische Komplexität zu beherrschen, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig eine überzeugende, emotionale Produktkommunikation aufzubauen, die den modernen Anforderungen des Marktes gerecht wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist ein PIM auch für Händler und nicht nur für Hersteller sinnvoll?

Absolut. Händler stehen vor der Herausforderung, Produktdaten von vielen verschiedenen Herstellern in uneinheitlicher Qualität zu erhalten. Ein PIM hilft dabei, diese Daten zu konsolidieren, zu vereinheitlichen und für die eigenen Vertriebskanäle in exzellenter Qualität aufzubereiten.

Wie gehen wir mit unterschiedlichen Größentabellen für verschiedene Marken um?

In einem flexiblen PIM kannst du für verschiedene Marken oder Produktlinien unterschiedliche Attribut-Sets definieren. So kannst du problemlos mehrere Größensysteme parallel verwalten und dem Kunden im Frontend die für ihn relevante Tabelle anzeigen.

Können wir im PIM auch Pflegehinweise und Waschsymbole verwalten?

Ja, das ist ein idealer Anwendungsfall. Pflegehinweise und die zugehörigen Symbole können als zentrale Attribute oder Assets im PIM hinterlegt und automatisiert in Datenblätter oder auf Produktdetailseiten ausgespielt werden.

Unser Sortiment ändert sich ständig. Ist die Pflege im PIM nicht zu aufwendig?

Im Gegenteil. Gerade bei einem dynamischen Sortiment spielt ein PIM seine Stärken aus. Ein neues Produkt wird einmal zentral mit allen Informationen angelegt und ist sofort für alle Kanäle verfügbar. Das ist deutlich schneller und weniger fehleranfällig als die dezentrale Pflege in mehreren Systemen.

Simon Manz

Simon ist Unternehmer und Executive Coach. Mit seiner Erfahrung aus über fünf Jahren bei BCG und der Gründung von entitys.io konzentriert er sich darauf, mittelständische Unternehmen bei Wachstum und Transformation zu unterstützen. Sein Schwerpunkt liegt auf pragmatischen Lösungen, die nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

Simon Manz

Simon ist Unternehmer und Executive Coach. Mit seiner Erfahrung aus über fünf Jahren bei BCG und der Gründung von entitys.io konzentriert er sich darauf, mittelständische Unternehmen bei Wachstum und Transformation zu unterstützen. Sein Schwerpunkt liegt auf pragmatischen Lösungen, die nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

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Simon ist Unternehmer und Executive Coach. Mit seiner Erfahrung aus über fünf Jahren bei BCG und der Gründung von entitys.io konzentriert er sich darauf, mittelständische Unternehmen bei Wachstum und Transformation zu unterstützen. Sein Schwerpunkt liegt auf pragmatischen Lösungen, die nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

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