9. November 2024
Retourenquote senken mit PIM | Der Retouren-Killer für E-Commerce
Entdecke, wie zentrale Produktdaten und ein PIM System deine Retourenquote drastisch senken.
Retourenquote senken mit PIM | Der Retouren-Killer für E-Commerce
Der Retouren-Killer: Wie bessere Produktdaten deine Rücksendequote im E-Commerce halbieren
Retouren sind der stille Margenkiller im E-Commerce. Während du dich auf Umsatz und Wachstum konzentrierst, frisst jede Rücksendung leise, aber beständig deinen Gewinn auf. Die meisten Unternehmen bekämpfen das Problem mit Logistikoptimierung – ein Kampf gegen Symptome. Die wahre Ursache liegt jedoch viel tiefer, in den Produktdaten selbst.
Die wirksamste Methode, um deine Retourenquote signifikant zu senken, ist die Schaffung einer absolut konsistenten und fehlerfreien Customer Experience durch perfekte Produktdaten. Ein zentrales Product Information Management (PIM) System ist der Hebel, der den Hauptgrund für Retouren – eine Diskrepanz zwischen Kundenerwartung und Realität – an der Wurzel packt und deine Rücksendequote um bis zu 50 % reduzieren kann.
Dieser Artikel zeigt dir als E-Commerce Leiter oder CFO, wie du Produktdaten von einer lästigen Pflicht in ein strategisches Profit-Center verwandelst. Wir brechen die Kosten von Retouren auf, decken die häufigsten datenbasierten Ursachen auf und zeigen, wie ein PIM System zum entscheidenden Werkzeug wird, um nicht nur Kosten zu sparen, sondern die Profitabilität nachhaltig zu steigern.
Die knallharte Wahrheit über Retouren: Eine Analyse für CFOs
Für viele ist eine Retoure einfach nur ein Paket, das zurückkommt. Für einen CFO ist sie eine Bilanzposition, die tiefrote Zahlen schreibt. Die Kosten gehen weit über den reinen Portoaufwand hinaus. Um den Hebel zu verstehen, müssen wir die gesamte Anatomie einer Retoure betrachten.
Was eine Retoure wirklich kostet:
Logistikkosten: Das umfasst nicht nur den Rückversand, sondern auch die Annahme, die Prüfung der Ware, die Neuverpackung und die Wiedereinlagerung. Jeder einzelne Schritt kostet Personalzeit und damit Geld.
Wertminderung der Ware: Zurückgesendete Artikel können oft nicht mehr als A-Ware verkauft werden. Geöffnete Verpackungen, leichte Gebrauchsspuren oder saisonale Relevanz führen zu Abschlägen. Im schlimmsten Fall muss die Ware komplett abgeschrieben werden.
Kapitalbindung: Ware, die sich im Retourenprozess befindet, ist totes Kapital. Sie ist nicht im Verkauf verfügbar, bindet aber Lagerkapazität und Liquidität.
Kundenservice-Aufwand: Jede Retoure erzeugt Aufwand im Kundenservice. Anfragen, Bearbeitung, Gutschriften – all das sind Prozesskosten, die oft übersehen werden.
Marketingkosten: Die Akquisitionskosten für den ursprünglichen Verkauf sind verloren. Das Geld, das du ausgegeben hast, um diesen Kunden zu gewinnen, hat keinen positiven Deckungsbeitrag erbracht.
Der wahre Schmerz liegt im Dominoeffekt. Eine hohe Retourenquote bläht deine Prozesskosten auf, bindet Working Capital und bremst die Skalierbarkeit deines Geschäftsmodells. Der Kern des Problems ist dabei fast immer derselbe: Der Kunde hat etwas anderes erwartet, als er bekommen hat. Und diese falsche Erwartungshaltung wird durch fehlerhafte, unvollständige oder inkonsistente Produktdaten geschürt.
Produktdaten als Brandbeschleuniger für Retouren
Wenn ein Kunde ein Produkt zurückschickt, weil es "nicht wie beschrieben" ist, ist das kein Logistikproblem. Es ist ein Datenproblem. Hier sind die häufigsten Datenfehler, die deine Retourenquote in die Höhe treiben.
Fehler 1: Inkonsistente Informationen über Kanäle hinweg
Ein klassisches Szenario: Im eigenen Onlineshop steht die Farbe als "Nachtblau", auf Amazon als "Dunkelblau" und auf dem Lieferschein als "RAL 5022". Der Kunde ist verwirrt und unsicher. Wenn das gelieferte Produkt nicht exakt der Vorstellung entspricht, die durch die Information auf dem jeweiligen Kaufkanal erzeugt wurde, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Retoure. Ohne eine zentrale Datenquelle (Single Source of Truth) sind solche Inkonsistenzen unvermeidlich.
Fehler 2: Unvollständige oder fehlende Attribute
Gerade im B2B-Umfeld sind technische Details kaufentscheidend. Fehlt die Angabe zur Kompatibilität eines Ersatzteils, zur genauen Materialzusammensetzung einer Schutzausrüstung oder zu den exakten Abmessungen eines Bauteils, bestellt der Kunde auf gut Glück. Das ist eine programmierte Retoure. Fehlende Größentabellen im Modebereich sind das B2C-Äquivalent und einer der bekanntesten Retourengründe überhaupt.
Fehler 3: Falsche oder veraltete Medien-Assets
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – und ein falsches Bild führt unweigerlich zu einer Rücksendung. Ein Kunde kauft eine Maschine, auf dem Produktbild ist aber noch das Vorgängermodell mit einem anderen Anschluss zu sehen. Oder das Produktvideo zeigt eine Funktion, die in der aktuellen Version entfernt wurde. Ohne ein integriertes Digital Asset Management (DAM), das sicherstellt, dass nur freigegebene und aktuelle Medien an die Kanäle ausgespielt werden, ist dieses Risiko enorm.
Fehler 4: Irreführende oder unklare Produktbeschreibungen
Vage Formulierungen, fehlende Anwendungsbeispiele oder übersetzte Texte, die den kulturellen Kontext nicht treffen, schaffen Interpretationsspielraum. Wenn ein Kunde nicht eindeutig versteht, was das Produkt kann und was nicht, füllt er die Lücken mit seinen eigenen Annahmen. Werden diese nicht erfüllt, folgt die Enttäuschung – und die Retoure.
Stell dir einen Hersteller von Industriepumpen vor. Ein Kunde bestellt ein Modell für eine spezifische chemische Anwendung. In der Produktbeschreibung fehlt der Hinweis, dass die Dichtungen nicht für hochkorrosive Flüssigkeiten geeignet sind. Die Pumpe wird bestellt, eingebaut und fällt nach kurzer Zeit aus. Das Ergebnis: eine teure Retoure, ein verärgerter Kunde und potenziell ein nachhaltiger Imageschaden. All das wegen einer einzigen fehlenden Information.
PIM als Lösung: Vom Kostenfaktor zum Profit-Center
Ein PIM-System ist die strategische Antwort auf datengetriebene Retouren. Es verwandelt die Produktdatenpflege von einem reaktiven Kostenfaktor in einen proaktiven Hebel zur Gewinnsteigerung. Das geschieht in drei logischen Schritten.
Schritt 1: Eine Single Source of Truth schaffen
Ein PIM wie entitys.io bricht die Datensilos auf. Statt unzähliger Excel-Listen und widersprüchlicher Einträge im ERP- oder Shopsystem gibt es nur noch eine einzige, verbindliche Quelle für alle Produktinformationen. Alle Abteilungen – vom Produktmanagement über das Marketing bis zum Vertrieb – arbeiten mit denselben validierten Daten. Das allein eliminiert die Inkonsistenzen über verschiedene Kanäle hinweg.
Schritt 2: Datenqualität systematisch steigern und anreichern
Ein PIM-System ermöglicht es dir, die Datenqualität nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu verbessern.
Vollständigkeits-Dashboards: Du siehst auf einen Blick, bei welchen Produkten wichtige, retourenrelevante Attribute fehlen.
Validierungsregeln: Das System kann automatisch prüfen, ob Angaben logisch sind (z.B. kann ein Maß nicht negativ sein) oder ob Pflichtfelder für bestimmte Kanäle gefüllt sind.
Gezielte Anreicherung: Du kannst deine Produkte mit all den Informationen versehen, die Kunden für eine sichere Kaufentscheidung brauchen: detaillierte technische Daten, Anwendungsvideos, 360-Grad-Ansichten, Zertifikate und Handbücher. Mit einem integrierten DAM stellst du sicher, dass immer die korrekten Assets verknüpft sind.
Schritt 3: Prozesse automatisieren und Fehler vermeiden
Manuelle Datenpflege ist fehleranfällig. Ein PIM automatisiert die Prozesse und minimiert das Risiko menschlicher Fehler.
Workflows: Freigabeprozesse stellen sicher, dass neue Produkte oder Datenänderungen erst dann live gehen, wenn sie von den zuständigen Personen geprüft und freigegeben wurden.
Automatisierte Syndizierung: Das PIM-System liefert die kanal-spezifisch aufbereiteten Daten automatisch an Onlineshops, Marktplätze oder Printkataloge. Manuelle Copy-Paste-Fehler gehören der Vergangenheit an. entitys.io bietet hierfür flexible Exportformate, die auf die Anforderungen von B2B-Plattformen und Standards wie BMEcat zugeschnitten sind.
Ein PIM sorgt dafür, dass der Kunde genau die Informationen erhält, die er braucht, um eine informierte und sichere Kaufentscheidung zu treffen. Die Erwartung, die du digital schaffst, entspricht exakt der Realität, die der Paketbote liefert. Das ist der effektivste Schutz vor Retouren.
Der ROI in der Praxis: Ein Rechenbeispiel
Reden wir über Zahlen. Was bedeutet eine Senkung der Retourenquote konkret für dein Ergebnis? Machen wir eine vereinfachte Beispielrechnung für einen mittelständischen B2B-Händler:
Jahresumsatz: 10.000.000 €
Durchschnittlicher Warenkorbwert: 250 €
Anzahl Bestellungen pro Jahr: 40.000
Aktuelle Retourenquote: 15 % (6.000 Bestellungen)
Durchschnittliche Kosten pro Retoure: 35 € (Logistik, Prüfung, Wertminderung etc.)
Aktuelle jährliche Retourenkosten: 6.000 Retouren * 35 €/Retoure = 210.000 €
Nun nehmen wir an, durch die Einführung eines PIM-Systems und die damit verbundene Verbesserung der Datenqualität kannst du die Retourenquote um 30 % senken (ein konservativer Wert, oft sind 50 % und mehr möglich).
Neue Retourenquote: 10,5 % (4.200 Bestellungen)
Neue jährliche Retourenkosten: 4.200 Retouren * 35 €/Retoure = 147.000 €
Direkte jährliche Einsparung: 63.000 €
Diese 63.000 € sind eine direkte Verbesserung deines EBIT. Hinzu kommen weiche Faktoren wie eine höhere Kundenzufriedenheit, schnellere Time-to-Market und freigesetzte Ressourcen im Kundenservice und in der Logistik. Die Investition in ein PIM-System amortisiert sich oft schon allein durch die Reduzierung der Retourenkosten in kürzester Zeit.
Fazit: Dein bester Hebel gegen Retouren sind deine Daten
Wenn du deine Retourenquote wirklich senken willst, hör auf, nur in der Logistik zu optimieren. Deine größte Stellschraube ist die Qualität und Konsistenz deiner Produktdaten. Jeder Euro, den du hier investierst, zahlt sich mehrfach aus – durch geringere Kosten, höhere Margen und zufriedenere Kunden.
Ein PIM-System ist kein reines IT-Projekt. Es ist eine strategische Entscheidung für mehr Profitabilität. Es ist der entscheidende Schritt, um die Kontrolle über deine Produktdarstellung zurückzugewinnen und die Erwartungen deiner Kunden präzise zu steuern. Schluss mit dem Kampf gegen die Symptome. Pack das Problem an der Wurzel an und verwandle deine Produktdaten in den schärfsten Feind deiner Retourenquote.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen PIM und ERP bei der Reduzierung von Retouren?
Ein ERP-System verwaltet primär Stammdaten wie Artikelnummern, Preise und Bestände. Ein PIM-System hingegen ist auf die Anreicherung, Verwaltung und Verteilung von marketing- und vertriebsrelevanten Produktdaten wie Beschreibungen, Attributen, Bildern und Videos spezialisiert. PIM stellt die emotionale und informative Qualität sicher, die Retouren verhindert.
Wie schnell lässt sich eine Reduzierung der Retourenquote durch ein PIM System feststellen?
Die ersten positiven Effekte sind oft schon nach wenigen Wochen sichtbar, sobald die ersten angereicherten und validierten Produktdaten in den Verkaufskanälen live sind. Signifikante und messbare Verbesserungen stellen sich in der Regel innerhalb der ersten sechs Monate nach der vollständigen Implementierung und Datenpflege ein.
Ist ein PIM System auch für kleinere Onlineshops mit hoher Retourenquote sinnvoll?
Absolut. Gerade für kleinere Unternehmen, bei denen jede Retoure die Marge stark belastet, ist ein PIM entscheidend. Moderne, cloudbasierte PIM-Lösungen wie entitys.io sind speziell für den Mittelstand konzipiert, bieten skalierbare Pakete und sind ohne riesige IT-Projekte schnell einführbar.
Welche Rolle spielt DAM (Digital Asset Management) bei der Retourenvermeidung?
Eine entscheidende. Falsche oder veraltete Produktbilder sind ein Hauptgrund für Retouren. Ein in das PIM integriertes DAM-System stellt sicher, dass zu jedem Produkt immer die richtigen, freigegebenen und qualitativ hochwertigen Mediendateien (Bilder, Videos, Datenblätter) ausgespielt werden.
Wie messe ich den direkten Einfluss von besseren Produktdaten auf die Retourenquote?
Analysiere deine Retourengründe systematisch. Führe detailliertere Gründe wie "falsche Größe/Farbe", "Produkt entspricht nicht der Abbildung" oder "technische Daten unklar" ein. Nach der Einführung des PIM kannst du genau verfolgen, wie die Anzahl der Retouren, die auf schlechte Daten zurückzuführen sind, gezielt abnimmt.
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