
PIM für Hersteller und Händler: Zwei Datenwelten, ein System
Beim Hersteller müssen Daten in 50 Abnehmerformate hinaus, beim Händler aus 50 Lieferantenformaten herein – was beide vom PIM brauchen und wo sich die Anforderungen trennen.
„Brauchen Hersteller und Händler eigentlich dasselbe PIM?“ – diese Frage hören wir in fast jedem Erstgespräch. Die kurze Antwort: Beide brauchen ein PIM, aber aus entgegengesetzten Gründen. Beim Hersteller entstehen Produktdaten im eigenen Haus und müssen in Dutzende fremde Formate hinaus. Beim Händler kommen Daten von Dutzenden Lieferanten herein und müssen zu einem einheitlichen Katalog werden. Ein PIM für Hersteller und Händler muss deshalb zwei sehr unterschiedliche Datenwelten beherrschen – und wer ein System auswählt, sollte wissen, in welcher der beiden Welten er lebt. Genau das sortiert dieser Artikel: die zwei Datenflüsse, die typischen Schmerzpunkte je Rolle, und worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Das Wichtigste in Kürze: Hersteller erzeugen Produktdaten selbst und verteilen sie nach außen – ihr Hauptschmerz ist, dass jeder Abnehmer ein anderes Format fordert (BMEcat, ETIM, eCLASS, Excel-Templates). Händler beziehen Daten von 50 und mehr Lieferanten in ebenso vielen Formaten – ihr Hauptschmerz ist die Konsolidierung zu einem einheitlichen Katalog. Beide brauchen dieselbe Grundlage: eine zentrale Datenbasis, Klassifikationsstandards und Automatisierung. Ein Self-Service-PIM wie entitys deckt beide Rollen ab, ist in 6 bis 13 Wochen komplett eingeführt und beschleunigt den Aufbau mit über 20 Millionen bereits klassifizierten Produktdatensätzen.
Zwei Rollen, zwei Datenwelten
Produktdaten fließen in der B2B-Lieferkette immer in eine Richtung: vom Hersteller über den Handel zum Anwender. Je nachdem, wo dein Unternehmen in dieser Kette steht, hast du mit denselben Daten völlig unterschiedliche Probleme. Der Hersteller kämpft damit, seine Daten hinauszubekommen – in alle Formate, die Händler, Portale und Plattformen fordern. Der Händler kämpft damit, fremde Daten hereinzubekommen – und aus heterogenen Quellen einen konsistenten Katalog zu machen. Dass schlechte Daten auf beiden Seiten teuer sind, ist gut belegt: Gartner beziffert die Kosten schlechter Datenqualität auf durchschnittlich 12,9 Millionen US-Dollar pro Jahr und Unternehmen, und laut Shotfarm/NPD gehen rund 40 % der Retouren auf fehlerhafte Produktdaten zurück.
Die Hersteller-Welt: Daten entstehen im Haus
Beim Hersteller beginnt der Datenfluss in Konstruktion und Produktmanagement: Aus CAD, ERP und PLM kommen Artikelnummern, technische Merkmale und Stücklisten. Diese Rohdaten werden angereichert – mit Beschreibungstexten, Bildern, Datenblättern, Zertifikaten, Übersetzungen – und dann an die Abnehmer verteilt: an Händler, an Einkaufsplattformen, an Datenportale, in den eigenen Shop und Print-Katalog. Für diesen Weg vom Rohdatensatz zum verkaufsfertigen Produkt haben wir mit entitys für Hersteller eine eigene Seite, die den Prozess im Detail zeigt.
Der Hauptschmerz des Herstellers steckt am Ende dieser Kette: Jeder Abnehmer will ein anderes Format. Ein Händler fordert einen BMEcat mit ETIM-Klassifikation, der nächste ein eigenes Excel-Template mit 80 Pflichtspalten, die Beschaffungsplattform verlangt eCLASS, der Onlinehändler ein CSV nach seinem Datenmodell. Ohne zentrales System bedeutet das: Für jeden Abnehmer wird derselbe Datenbestand von Hand neu zusammengestellt – bei jedem Sortiments- und Preisupdate wieder.
Die Kernprozesse im Hersteller-PIM sind entsprechend:
Klassifikation: Artikel nach eCLASS und ETIM klassifizieren und Merkmale standardkonform pflegen – die Eintrittskarte in die Systeme der Kunden.
Katalogexporte: Aus einem Datenbestand definierte Exporte je Abnehmer erzeugen – BMEcat, kundenspezifische Excel- und CSV-Formate, Shop-Feeds.
Medienverwaltung: Bilder, Datenblätter und Dokumente zentral am Artikel halten, damit jede Ausleitung automatisch die richtigen Assets mitnimmt.
Dass das kein Nischenszenario ist, zeigen Hersteller wie FHB, Hultafors und Lansinoh, die ihre Produktdaten mit entitys managen.
Die Händler-Welt: Daten kommen von außen
Der Händler steht am anderen Ende desselben Flusses. Er erzeugt seine Produktdaten nicht selbst, sondern bekommt sie von seinen Lieferanten – bei größeren Sortimenten schnell von 50 und mehr Quellen, und praktisch jede liefert anders: Der eine schickt einen sauberen BMEcat, der nächste eine Excel-Liste mit eigenen Spaltennamen, der dritte verweist auf sein Downloadportal. Dieselbe Eigenschaft heißt einmal „Länge (mm)“, einmal „L“, einmal „Abmessung“. Wie sich daraus ein einheitlicher Katalog bauen lässt, zeigt entitys für Händler.
Der Hauptschmerz des Händlers ist deshalb nicht das Exportformat, sondern der Weg dorthin: Lieferanten-Onboarding und Qualitätsstreuung. Jeder neue Lieferant bringt ein neues Format, ein eigenes Verständnis von Vollständigkeit und ein eigenes Qualitätsniveau mit. Die Kernprozesse im Händler-PIM:
Import-Mapping: Je Lieferant einmal festlegen, wie dessen Spalten und Merkmale auf das eigene Datenmodell abgebildet werden – Folgelieferungen und Updates laufen dann über das bestehende Mapping.
Golden Record: Dubletten erkennen und aus mehreren Lieferantenversionen desselben Artikels einen führenden, konsolidierten Datensatz bilden.
Anreicherung: Lücken schließen, Werte vereinheitlichen und die konsolidierten Daten für die eigenen Kanäle aufbereiten – Shop, Marktplätze, eigene Kataloge.
Wie speziell diese Welt zum Beispiel im technischen Handel aussieht – mit Sortimenten von 20.000 bis 200.000 Artikeln, fast vollständig aus fremden Quellen – haben wir im Artikel PIM im technischen Handel ausführlich beschrieben. Händler wie PCH Technischer Handel und Werkzeugstore24 arbeiten mit entitys.
Hersteller vs. Händler: der direkte Vergleich
Hersteller | Händler | |
|---|---|---|
Datenfluss-Richtung | Von innen nach außen: Daten entstehen in Konstruktion/Produktmanagement und werden an Abnehmer verteilt | Von außen nach innen: Daten kommen von vielen Lieferanten und werden für eigene Kanäle konsolidiert |
Hauptschmerz | Jeder Abnehmer fordert ein anderes Format; jede Ausleitung ist Handarbeit | Lieferanten-Onboarding und Qualitätsstreuung; jede Quelle liefert anders |
Kernfunktionen im PIM | Klassifikation (eCLASS/ETIM), Katalogexporte je Abnehmer, Medienverwaltung, Übersetzungen | Import-Mapping je Lieferant, Dublettenabgleich/Golden Record, Anreicherung, Qualitätsprüfung |
Typische Formate | Ausgehend: BMEcat, kundenspezifische Excel-/CSV-Templates, Shop- und Plattform-Feeds | Eingehend: BMEcat, Excel/CSV in Lieferantenlogik, Portaldownloads; ausgehend: Shop-Feeds, eigene Kataloge |
Was beide brauchen – und wo sich die Anforderungen unterscheiden
So unterschiedlich die Richtung ist – das Fundament ist für beide Rollen identisch:
Eine zentrale Datenbasis: Ein führender Ort, an dem jeder Artikel genau einmal vollständig gepflegt wird, statt in parallelen Excel-Ständen. Warum das der Kern jedes Datenprojekts ist, erklärt unser Leitfaden zum Stammdatenmanagement.
Standards: eCLASS und ETIM machen Daten zwischen Systemen austauschbar – der Hersteller braucht sie, um lieferfähig zu sein, der Händler, um vergleichbar zu konsolidieren. Als eCLASS Gold Preferred Partner bringt entitys die Standards direkt im System mit.
Automatisierung: Importe, Exporte und Qualitätsprüfungen, die als definierte Prozesse laufen statt als wiederkehrende Handarbeit. Was ein PIM hier grundsätzlich leistet, fasst der PIM-Grundlagenartikel zusammen.
Der Unterschied liegt in der Gewichtung: Der Händler braucht vor allem Import-Stärke – flexible Mappings, Dublettenlogik, Umgang mit unvollständigen Quellen. Der Hersteller braucht vor allem Export-Stärke – viele parallele Zielformate aus einem Datenbestand, sauber klassifiziert und mit Medien. In der Praxis heißt das für die Systemauswahl: Prüfe ein PIM immer gegen deine dominante Flussrichtung. Ein System, das nur schöne Exporte kann, hilft dem Händler wenig; eines, das nur importiert, lässt den Hersteller bei jedem Kundenformat allein. Wie elektronische Kataloge als Bindeglied zwischen beiden Welten funktionieren – der Hersteller erzeugt sie, der Händler liest sie ein –, zeigt unser Beitrag zu elektronischen Katalogen.
Für beide Rollen gilt außerdem derselbe Beschleuniger: In der entitys-Cloud liegen über 20 Millionen bereits klassifizierte Produktdatensätze. Der Händler findet dort die Artikel seiner Lieferanten oft schon fertig klassifiziert, der Hersteller seine Wettbewerbs- und Zukaufartikel – die Übernahme reduziert den Aufwand um 80 %. Die veröffentlichten Kundenmetriken gelten rollenunabhängig: bis zu 70 % weniger Zeitaufwand in der Datenpflege und bis zu 99 % weniger Datenfehler. Und die Einführung dauert in beiden Welten 6 bis 13 Wochen, in 5 Sprints von Ramp-up über Datenmodell, Datenimport und Export & Anbindung bis Schulung & Go-Live – branchenüblich sind 5 bis 12 Monate.
Mischformen: Hersteller mit Handelssortiment
In der Praxis sind die Rollen selten rein. Viele Hersteller ergänzen ihr eigenes Programm um Handelsware – Zubehör, Verbrauchsmaterial, komplementäre Produkte anderer Marken. Sie leben dann in beiden Welten gleichzeitig: eigene Daten anreichern und exportieren, fremde Daten importieren und konsolidieren. Für die Systemauswahl ist das ein wichtiges Signal: Sobald Handelsware im Spiel ist, brauchst du beide Stärken in einem System – sonst baust du neben dem PIM wieder eine Excel-Schattenwelt für die zugekauften Artikel auf. Ein durchgängiges Datenmodell, in dem eigene und fremde Artikel gleich behandelt werden, ist hier die sauberste Lösung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem PIM für Hersteller und einem PIM für Händler?
Die Flussrichtung der Daten. Beim Hersteller entstehen Daten im Haus und müssen in viele Abnehmerformate exportiert werden – er braucht Export-Stärke, Klassifikation und Medienverwaltung. Beim Händler kommen Daten von vielen Lieferanten und müssen konsolidiert werden – er braucht Import-Mappings, Dublettenabgleich und einen Golden Record je Artikel.
Brauchen Hersteller und Händler unterschiedliche PIM-Systeme?
Nein – aber sie sollten dasselbe System an unterschiedlichen Kriterien messen. Ein modernes PIM wie entitys deckt beide Rollen ab; entscheidend ist, dass du bei der Auswahl deine dominante Flussrichtung testest: Import-Fähigkeiten als Händler, Export-Fähigkeiten als Hersteller. Mischformen mit Handelssortiment brauchen von vornherein beides.
Was ist ein Golden Record?
Der führende, konsolidierte Datensatz eines Artikels, wenn mehrere Quellen ihn in unterschiedlichen Versionen liefern – etwa zwei Lieferanten mit demselben Produkt unter verschiedenen Artikelnummern. Das PIM erkennt die Dublette und führt die beste verfügbare Information in einem Datensatz zusammen, der dann alle Kanäle bedient.
Welche Formate muss ein PIM in der B2B-Lieferkette beherrschen?
Die wichtigsten Austauschformate sind BMEcat als elektronisches Katalogformat sowie die Klassifikationsstandards eCLASS und ETIM. Dazu kommen Excel- und CSV-Formate in Abnehmer- oder Lieferantenlogik und Feeds für Shops und Plattformen. Hersteller erzeugen diese Formate, Händler lesen sie ein – ein PIM sollte je nach Rolle beides als definierten Prozess abbilden.
Wie lange dauert die Einführung und was kostet sie?
Mit entitys dauert die komplette Einführung 6 bis 13 Wochen in 5 Sprints – für Hersteller wie für Händler; branchenüblich sind 5 bis 12 Monate. Die Preise sind öffentlich, der Einstieg liegt bei 1.590 € pro Monat, alle Details auf der Preisseite.
Sprich mit uns über deine Datenwelt
Ob deine Daten im Haus entstehen oder von 50 Lieferanten kommen: Am schnellsten wird der Weg klar, wenn wir gemeinsam auf deine konkreten Quellen und Kanäle schauen. Vereinbare ein unverbindliches Gespräch – wir zeigen dir an deinen eigenen Daten, wie entitys deine Rolle abbildet.
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