
Mercateo Unite: So verkaufst du als Lieferant auf der B2B-Plattform
Was hinter Unite (ehemals Mercateo) steckt und wie du deinen BMEcat-Katalog Schritt für Schritt auf die Plattform bringst.
Was ist Mercateo Unite?
Unite (ehemals Mercateo) ist eine der größten B2B-Beschaffungsplattformen im deutschsprachigen Raum. Betreiber ist die Unite Network SE mit Sitz in Leipzig. Seit dem Rebranding 2021 firmiert das Unternehmen als Unite, die Marke Mercateo lebt aber im Namen des Einkaufsportals weiter: Einkäufer arbeiten mit dem Mercateo Procurement Portal, Lieferanten verkaufen über das angeschlossene Netzwerk. Kleine und mittelständische Unternehmen, Konzerne und öffentliche Einrichtungen decken darüber ihren indirekten Bedarf, von Bürobedarf über Werkzeug bis zu C-Teilen für die Produktion.
Für dich als Hersteller oder Händler heißt das: Auf Unite sitzen Einkäufer, die bereits digital bestellen wollen. Wenn dich ein Kunde auffordert, "auf Mercateo" oder "über Unite" lieferbar zu sein, geht es fast immer um genau eine Sache: einen sauberen elektronischen Katalog. Wie du den lieferst, zeigen wir dir in diesem Artikel Schritt für Schritt.
Wie ist Unite aufgebaut?
Die Plattform besteht aus mehreren Bausteinen, die du als Anbieter kennen solltest:
Mercateo Procurement Portal: die Einkaufsoberfläche für Geschäftskunden. Hier suchen, vergleichen und bestellen Einkäufer, oft angebunden an ihr ERP- oder E-Procurement-System (z. B. per OCI-Schnittstelle).
Spotmarket: der offene B2B-Marktplatz (früher "Mercateo Shop") mit einem vorintegrierten Sortiment von mehreren Millionen Artikeln geprüfter Lieferanten. Hier decken Einkäufer ihren Ad-hoc-Bedarf und hier gewinnst du als Lieferant Neukunden, ohne dass dich jemand vorher kennt.
Business Shops: dein eigener Shop innerhalb der Plattform. Bestandskunden bestellen dort zu individuell vereinbarten Konditionen direkt bei dir, die Abwicklung läuft trotzdem über die Unite-Infrastruktur.
Ein Detail macht Unite für Einkäufer besonders attraktiv, und für dich zur Pflichtaufgabe in Sachen Prozessqualität: das Single-Creditor-Prinzip. Der Einkäufer hat unabhängig von der Zahl der Lieferanten nur einen Vertragspartner und Rechnungssteller. Du lieferst im Namen Dritter mit Unite-Lieferschein direkt an den Endkunden und stellst deine Rechnung an Unite. Dein Versand- und Belegprozess muss das abbilden können.
Lieferant bei Unite werden: der Ablauf
Der Weg auf die Plattform ist standardisiert und läuft in sechs Schritten:
Bewerben: Du füllst das Lieferantenformular auf unite.eu aus, Unite prüft Sortiment und Logistikfähigkeit.
Registrieren: Nach der Freigabe akzeptierst du Rahmenvereinbarung und AGB und hinterlegst deine Firmendaten inklusive USt-IdNr.
Katalog hochladen: Du stellst deinen elektronischen Katalog bereit, inklusive Bildern, Datenblättern, Preisen und Lieferzeiten. Das ist der aufwendigste Schritt, dazu gleich mehr.
Verkaufen: Deine Artikel sind im Spotmarket bzw. deinem Business Shop sichtbar und bestellbar.
Liefern: Versand direkt an den Endkunden, im Namen Dritter, mit Unite-Lieferschein.
Abrechnen: Du fakturierst an Unite und erhältst dein Geld im vereinbarten Zahlungsziel.
Kostenseitig kalkulierst du mit einer einmaligen Anbindungsgebühr bei der Onlinestellung des Katalogs und einer monatlichen Servicepauschale; die konkreten Konditionen stehen in der Rahmenvereinbarung. Die eigentliche Eintrittshürde ist aber selten das Geld, sondern die Datenqualität deines Katalogs.
So belieferst du Unite mit deinem Katalog: Schritt für Schritt
Unite arbeitet mit dem Standard BMEcat, konkret mit BMEcat 1.2, dem seit Jahren etablierten XML-Format für elektronische Kataloge. Für kleinere Sortimente stellt Unite alternativ CSV-Vorlagen bereit, die intern in dieselbe Struktur überführt werden. Wer regelmäßig aktualisiert oder mehr als ein paar hundert Artikel listet, fährt mit BMEcat besser.
Schritt 1: Pflichtfelder vollständig befüllen
Jeder Artikel im Katalog braucht einen definierten Satz an Pflichtangaben. Fehlt eines dieser Felder, fällt der Artikel bei der Katalogprüfung durch. Die wichtigsten Felder im Überblick:
BMEcat-Feld | Inhalt | Pflicht |
|---|---|---|
SUPPLIER_AID | Deine Artikelnummer | Ja |
DESCRIPTION_SHORT | Artikelname | Ja |
DESCRIPTION_LONG | Produktbeschreibung | Ja |
MANUFACTURER_NAME / MANUFACTURER_AID | Herstellername und Herstellernummer | Ja |
EAN | Europäische Artikelnummer | Bedingt (entfällt nur, wenn der Hersteller keine EAN vergibt) |
PRICE_AMOUNT / PRICE_CURRENCY / TAX | Preis, Währung, Steuersatz | Ja |
ORDER_UNIT | Bestelleinheit | Ja |
CONTENT_UNIT / NO_CU_PER_OU | Inhaltseinheit und Verpackungsmenge | Bedingt (nicht nötig bei Stück, Set, Blatt, Paar) |
DELIVERY_TIME | Lieferzeit in Tagen | Ja |
CATALOG_GROUP_ID | Zuordnung zur Warengruppe deines Katalogs | Ja |
REFERENCE_FEATURE_SYSTEM | Klassifikationssystem (z. B. eCl@ss) | Ja (für öffentliche Kataloge) |
MIME_SOURCE | Produktbild, ggf. Sicherheitsdatenblatt | Ja (mindestens ein Bild) |
Schritt 2: Klassifikation sauber setzen
Für den öffentlichen Marktplatz verlangt Unite eine standardisierte Klassifikation deiner Artikel, historisch eCl@ss (in der Version 5.1.4) oder UNSPSC. Die Klassifikation entscheidet, wo dein Artikel in der Suche und der Kategorienavigation auftaucht. Ein Akkuschrauber, der in der falschen Klasse steckt, existiert für den Einkäufer schlicht nicht. Wenn deine Daten bereits nach einer aktuellen eCLASS- oder ETIM-Version klassifiziert sind, ist das Mapping auf die von Unite geforderte Version reine Fleißarbeit, mit einem PIM ist es ein Export-Mapping, das du einmal einrichtest.
Schritt 3: Medien mitliefern
Ohne Bild kein Listing: Für den öffentlichen Marktplatz ist mindestens eine aussagekräftige Produktabbildung pro Artikel Pflicht (im BMEcat als MIME-Referenz). Bei kennzeichnungspflichtigen Produkten, etwa Chemikalien mit GHS-Kennzeichnung, muss zusätzlich das Sicherheitsdatenblatt als Dokument hinterlegt sein. Datenblätter und weitere Dokumente sind optional, erhöhen aber messbar die Kaufwahrscheinlichkeit, denn B2B-Einkäufer vergleichen anhand technischer Details.
Schritt 4: Preislogik verstehen
Der häufigste inhaltliche Fehler in Unite-Katalogen liegt in der Einheitenlogik. Merke dir drei Regeln:
Der Preis (PRICE_AMOUNT) bezieht sich immer auf die Bestelleinheit (ORDER_UNIT), nicht auf das einzelne Stück.
Mit PRICE_QUANTITY steuerst du, für wie viele Bestelleinheiten der Preis gilt, daraus errechnet die Plattform den Endpreis.
Bestellst du in Kartons, Rollen oder Gebinden, brauchst du zusätzlich Inhaltseinheit (CONTENT_UNIT) und Verpackungsmenge (NO_CU_PER_OU), damit Einkäufer Preise pro Stück vergleichen können.
Beispiel: Du verkaufst Arbeitshandschuhe im 12er-Pack. Bestelleinheit = Karton, Inhaltseinheit = Paar, Verpackungsmenge = 12, Preis = Preis pro Karton. Steht stattdessen der Stückpreis am Karton, ist dein Artikel scheinbar zwölfmal günstiger als der Wettbewerb, und die erste Bestellung wird ein Reklamationsfall.
Schritt 5: Katalog übertragen und prüfen lassen
Den fertigen Katalog lädst du über den von Unite bereitgestellten FTP-Zugang hoch. Unite prüft die Datei technisch (valides XML, korrekte Struktur) und inhaltlich (Pflichtfelder, Plausibilität), gibt Rückmeldung und stellt den Katalog nach Freigabe online. Denselben Weg gehst du bei jedem Update, deshalb lohnt es sich, den Export von Anfang an reproduzierbar aufzusetzen statt als einmalige Excel-Aktion.
Typische Ablehnungsgründe
In der Praxis scheitern Kataloge fast immer an denselben Punkten:
Fehlende Pflichtfelder, meist Lieferzeit, Herstellernummer oder Steuersatz bei einem Teil der Artikel.
Ungültiges XML: falsche Zeichencodierung (Umlaute!), nicht geschlossene Tags, Sonderzeichen aus Excel-Exporten.
Fehlende oder nicht referenzierte Bilder: Der BMEcat verweist auf Dateinamen, die im Medienpaket fehlen oder anders geschrieben sind.
Inkonsistente Einheiten- und Preislogik: Stückpreis an der Kartoneinheit, fehlende Verpackungsmenge, Preis ohne Preistyp.
Falsche oder fehlende Klassifikation: eigene Warengruppen statt des geforderten Klassifikationsstandards.
Fehlende Sicherheitsdatenblätter bei kennzeichnungspflichtiger Ware.
Warum ein PIM den Unite-Export zur Routine macht
Einen BMEcat für 200 Artikel bekommst du notfalls mit Excel und einem Konverter hin. Spannend wird es ab dem zweiten Kanal und ab der zweiten Preisänderung: Unite will BMEcat 1.2 mit eCl@ss, dein Großhändler vielleicht ETIM, dein Shop JSON über eine API, und alle wollen aktuelle Preise und Lieferzeiten. Genau dafür gibt es PIM-Systeme: Du pflegst Produktdaten, Medien und Klassifikationen einmal zentral und generierst daraus jeden Kanal-Export auf Knopfdruck.
Konkret heißt das für deinen Unite-Katalog:
Pflichtfeld-Kontrolle vor dem Export: Vollständigkeitsregeln zeigen dir, welche Artikel noch keine Lieferzeit, kein Bild oder keine Herstellernummer haben, bevor Unite es dir zurückmeldet.
Klassifikation als Datenmodell: eCLASS- und ETIM-Strukturen liegen im System, das Mapping auf die von der Plattform geforderte Version ist Teil des Exportprofils. entitys ist dafür eCLASS Gold Preferred Partner, und in der Cloud liegen über 20 Millionen bereits klassifizierte Produktdatensätze, an denen du dich bedienen kannst, statt bei null zu starten.
Valider BMEcat-Export per Klick: korrekte XML-Struktur, UTF-8, konsistente Einheitenlogik und referenzierte Medien kommen aus dem Exportprofil, nicht aus manueller Nacharbeit.
Updates statt Neuanlage: Preisrunde, neue Artikel, geänderte Lieferzeiten? Export erneut ausführen, per FTP hochladen, fertig.
Der Effekt ist messbar: Unsere Kunden berichten von bis zu 70 % weniger Zeitaufwand in der Datenpflege und bis zu 99 % weniger Datenfehlern, und genau Datenfehler sind es, die Kataloge bei Plattformen wie Unite ausbremsen. Wie du den Zustand deiner Daten vorab objektiv bewertest, zeigt unser Leitfaden zur Messung der Produktdatenqualität.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Mercateo und Unite?
Unite ist der neue Firmen- und Plattformname des Unternehmens hinter Mercateo (seit 2021). Das Einkaufsportal heißt weiterhin Mercateo Procurement Portal, der frühere offene Mercateo-Marktplatz heißt heute Spotmarket. Für Lieferanten hat sich vor allem der Name geändert, nicht die Katalog-Anforderungen.
Welches Katalogformat verlangt Unite?
BMEcat 1.2 als XML-Datei, übertragen per FTP. Für kleine Sortimente gibt es alternativ CSV-Vorlagen. Als Klassifikation für den öffentlichen Marktplatz wird ein Standard wie eCl@ss verlangt, für Bestellprozesse unterstützt Unite Formate wie openTRANS und EDIFACT.
Was kostet es, Lieferant bei Unite zu werden?
Unite berechnet eine einmalige Anbindungsgebühr bei Onlinestellung des Katalogs sowie eine monatliche Servicepauschale. Die konkreten Beträge stehen in der individuellen Rahmenvereinbarung. Dazu kommt dein interner Aufwand für Katalogerstellung und -pflege, der mit sauberen Stammdaten deutlich sinkt.
Warum wird mein Katalog von Unite abgelehnt?
Meist wegen fehlender Pflichtfelder (Lieferzeit, Herstellernummer, Steuersatz), ungültigem XML, fehlender Produktbilder, inkonsistenter Preis- und Einheitenlogik oder falscher Klassifikation. Die Rückmeldung von Unite benennt die betroffenen Punkte, mit einem PIM prüfst du diese Regeln schon vor dem Upload.
Brauche ich für Unite zwingend ein PIM-System?
Nein. Für einen kleinen, statischen Katalog reichen die CSV-Vorlagen oder ein einmalig erstellter BMEcat. Sobald du aber regelmäßig Preise und Sortimente aktualisierst oder neben Unite weitere Kanäle mit unterschiedlichen Formaten bedienst, spart ein PIM den größten Teil des wiederkehrenden Aufwands.
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